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Wer ist der Billigste im Land? Die Deutschen sparen am Essen.

Umstrittende Supermarktpreise

„Dass es einen Preiskrieg im Fleischsektor gibt, haben wir kürzlich selbst erfahren.

Erst fiel uns auf, dass unsere Katzen und auch die Hunde keine Wursthäppchen mehr fraßen, die aus einem bestimmten Laden einer großen Supermarktkette stammten. Die Wiener waren unglaublich zäh, da statt zarten Schafsdärmen vermutlich Rindsdärme oder Ähnliches verwendet wurden, die normalerweise abgepellt werden. Die Schweineschulter aber schoss den Vogel ab: Es war Eberfleisch, das beim Braten bestialisch stank (nicht nur der Verkauf, auch das Schlachten von unkastrierten Ebern ist in Deutschland verboten). Natürlich brachte ich das Fleisch sofort zurück und musste zu meinem großen Erstaunen feststellen, dass die Verkäuferinnen keine Ahnung hatten, wie Eberfleisch riecht und dass der Verkauf wegen des ekelerregenden Gestankes verboten ist. Dass die Qualität der verkauften Waren deutlich schlechter geworden war, sei ihnen aber auch schon selbst aufgefallen. Als kleine Angestellte können sie aber nichts machen. Geiz ist geil und Aldi muss noch unterboten werden. Wer den Dreck frisst, ist selber schuld. Nur durch Nichtkaufen und reklamieren schlechter Ware lässt sich was ändern; das kann jeder. Welche Kette das ist? Egal, wenn wir als Verbraucher uns gegen schlechte Qualität nicht zur Wehr setzen, machen das in Kürze alle. Oder wollen wir vielleicht sogar Fleisch, das billiger ist als Hundefutter?“

 Christine Reisinger Au/Hallertau

„,2009 hatte es im Einzelhandel zwölf Preissenkungsrunden gegeben, gestern setzten mehrere Ketten eine Reihe von Produkten um bis zu 30 % herab‘, ist in der Zeitung zu lesen. Eine erfreuliche Nachricht für jeden Verbraucher, in einer Zeit, in der alles teurer zu werden scheint. Leider fehlt mir in Ihrer Berichterstattung ein Erklärungsversuch für diese wirtschaftliche Ausnahmesituation. Wir leben in einer Zeit der Überproduktion und befinden uns gleichzeitig in der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Fachwort für diesen Zustand heißt ,Deflation‘. Diesen Begriff scheut die Politik wie der Teufel das Weihwasser, denn er verheißt nichts Gutes. In der Vergangenheit war die Deflation immer der Vorläufer einer Inflation und die wird für einen kräftigen Teuerungsschub sorgen. Die Deflation ist die Ruhe vor dem Sturm.“

Hans-Heinrich Willberg Tegernsee

„Preiskrieg um Lebensmittel“; Titelseite, Claudia Möllers: „Wir schaden uns selber“; Kommentar und „Das leisten Bayerns Bauern“; Bayern 15. Januar

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