Uneffizienteste Behörde

„Ministerium soll halbiert werden“; Titelseite 25. Oktober

„Es mag ja sein, dass eine personelle Schrumpfung des Bundeswehr-Standortes Bonn sinnvoll ist. Äußerst bedenklich ist jedoch, dass ausgerechnet der ranghöchste Mitarbeiter der Arbeitsagentur in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einer ,Rationalisierungs-Kommission‘ zu diesem Ergebnis kommt. Mit deutlich über 100 000 Mitarbeitern zählt seine Behörde zu den uneffizientesten in unserem Land. Die mit Abstand größte Reform seit Bestehen dieses Amtes reduzierte sich auf die Umbenennung von Arbeitsamt in Arbeitsagentur und die Bezeichnung von Arbeitslosen in Kunden. Zur Finanzierung der Telefonzentrale, bei der man ohnehin nur devot eine Nachricht für seinen Betreuer hinterlassen darf, sind ,Kunden-Anrufe‘ – wie bei diversen Hotlines – sogar kostenpflichtig. Offensichtlich besteht die Haupttätigkeit nicht in der Vermittlung, sondern in der Verwaltung von Arbeitslosen und der Erstellung von geschönten Statistiken. Wenn dann zur Vermeidung eines doppelten Verwaltungs-Aufwandes ein paar kleinere Aufgaben von der Arbeitsagentur übernommen werden sollen, wird selbstverständlich sofort eine deutliche Aufstockung der Mitarbeiter verlangt, die ja schon jetzt an ihrer obersten Belastungsgrenze arbeiten. Im Gegenzug sollte Minister zu Guttenberg eine Kommission bilden, die sich mit dem Personalbestand der Arbeitsagentur und ihrem riesigen hoch bezahlten Wasserkopf befasst. Ohne eine erkennbare Leistungs-Schwächung würden vermutlich ein Drittel der jetzigen Mitarbeiter reichen.“

 Peter Blidon Unterhaching

Auch interessant

Kommentare