Ungerechtes Rentensystem

Ungerechtes Rentensystem

Gutverdiener müssenmehr bezahlen;Titelseite 28. September

Den „Formeln“ für die unterschiedliche Anpassung der Beitragsbemessungsgrenzen müssen doch offensichtlich gravierende Fehler existieren, die kein Politiker erkennt? Zum einen sollen doch die Renten Ost und West nach Aussagen der meisten Politiker angenähert werden – die Differenz bei der Beitragsbemessungsgrenze wird aber größer, im Westen wird um 150 Euro auf 6500 Euro erhöht, im Osten um nur 100 Euro auf nur 5800 Euro.

Erst recht unverständlich ist dies – und nun für mich noch weniger nachvollziehbar –, da die Löhne im Osten mit 3,3 Prozent stärker gestiegen sind als im Westen mit 2,33 Prozent. Und zusätzlich fehlt doch jegliche Logik in diesen Differenzen – sind doch nach allen Informationen die Lebenshaltungskosten im Osten niedriger als im Westen, d.h. wenn einer im Osten 6000 Euro verdient, geht es ihm finanziell besser als demjenigen im Westen, der auch 6000 Euro verdient. Der Arbeitnehmer im Osten zahlt dann aber weniger Rentenbeitrag als der im Westen, obwohl der im Osten sogar wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten leistungsfähiger wäre!

Diese System-Fehler, genauso wie die Schlechterstellung von West-Rentnerinnen (u.a. bei Witwenrente), die wegen der Kinderbetreuung nicht in die RV einbezahlt haben, gegenüber den Ost-Rentnerinnen, bestehen nun seit der Wiedervereinigung und werden gedankenlos von unseren Politikern fortgesetzt. Ich hoffe, dass das jetzige Wahlergebnis dazu führt, dass man nicht nur populistische Politik betreibt, sondern die Sacharbeit mit echten Reformen endlich mal im Vordergrund steht! Jedenfalls die Anpassung „Ost an West“ zu propagieren, dann aber die Differenzen bei den Beiträgen zu erhöhen, spricht m.E. Bände über die Sachkompetenz unserer (bisherigen) Bundesarbeits- und -sozialministerin!

Michael Böhlk-Lankes
Holzkirchen

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