Viele Leserbriefe

Weitere Stimmen zu Corona und Ostern

Keine Lockerung über Ostern; Titelseite 23. März

Ein Sprichwort lautet: Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die Welt. In diesem Zusammenhang sollte ernsthaft die Frage beantwortet werden, was ist schlimmer? Eventuell (vorübergehend) Arm zu werden, oder eventuell zu sterben? Schwer zu erkranken mit schlimmen Folgen muss man bei der Beantwortung mit einbeziehen. Gegen Armut und Verzweiflung kann man was tun. Und es wird auch was getan! Das Schicksal eines Toten ist nicht mehr zu beeinflussen. Was ist zumutbarer? Einen geliebten Verwandten oder Freund zu verlieren oder der Schicksalsschlag eines starken Gewinnausfalls mit möglicher Existenzangst, die sich wieder zum Positiven wandeln kann. Die vorübergehende Einschränkung der Reisefreiheit wird gegenüber von tausenden Erkrankten und Toten in unserer Demokratie zu hoch gehängt. Auch ist gebremstes Schulwissen nicht alles, sondern lebenslanges Lernen und ethische Bildung des Charakters gehören dazu. Das Virus zeigt uns eine einfache Logik. Für sich und andere kann jeder Kontakt zu viel und tödlich sein. Um zu bestätigen was wichtig ist, gilt folgendes, utopisches Extremszenario, mit dem das Virus verschwunden wäre. Wenn während circa vierzehn Tagen jeder einzelne kein Kontakt zu einem anderen hat, ist das Virus mangels eines Wirtes ausgestorben. Es kann sich nicht mehr vermehren. Durch entsprechende Extremmaßnahmen kommt man so nah wie nötig an dieses Ziel. Ein harter Lockdown hilft dabei! Was ist unser höchstes Gut? Tatsache ist, dass kein einziger Test das Virus an seinem Ansteckungspotenzial hindert. Tests führen zwar zu Kontaktbeschränkungen, die aber grundsätzlich notwendig sind. Hygienekonzepte, vor allem Maskentragen, bremsen das Virus, schaffen es jedoch nicht ab. Die untragbare Impfsituation ist jedem bekannt.

Reinhold Frech

München

Meine gesamte Familie hielt sich das ganze letzte Jahr konsequent und pflichtbewusst an sämtliche Coronaregeln und Verordnungen, die aus der Politik kamen. Alle von uns, ob jung oder alt, mussten auf vieles verzichten, blieben einsam, konnten keine Umarmung genießen, feierte Geburtstage nahezu allein, durften nicht zur Schule, trafen keine Freunde. Einfach so, wie´s vielen anderen eben auch ging. Weihnachten, das Fest der Liebe, hatte ebenfalls genügend traurige Einschränkungen. Jetzt, Ostern, das Fest der Hoffnung, des neuen Lebens, der Auferstehung soll nicht nur in kleinstem Kreis, sondern auch noch ohne Kirche gefeiert werden. Keine Andacht, keine Speisenweihe, nein nicht mal ein Gottesdienst im Freien. Wir sollen uns am PC den geistlichen Segen und den Beistand, den wir jetzt so dringend brauchen, über Internet holen?

Viele handwerkliche Betriebe und Firmen, Lebensmittelgeschäfte sind seit der Pandemie durchgängig geöffnet. Dort wird unter hervorragender Hygienevorkehrungen nahezu ansteckungsfrei gearbeitet. In Kliniken, Seniorenzentren, Kindergärten wird mit unendlicher Kraft versucht, den Ablauf aufrecht zu erhalten. Größtes Lob dafür! Heute höre ich in den Nachrichten, der verschärfte Lockdown an Weihnachten hat zu guten Ergebnissen geführt, deshalb wird nun wieder verschärft. Ganz ehrlich, was hat es denn gebracht? Dass wir jetzt wieder an gleicher Stelle, mit erhöhten Inzidenzzahlen, auf der Stelle treten? Wir sollen an Ostern Ruhetage einhalten, die hatten wir doch nun schon ein ganzes Jahr. Ich hoffe, genau zu Ostern, dass die Ruhetage endlich ein Ende haben und brauchbare Impfstoffe, in hoher Zahl, zur Verfügung stehen, Impftermine schnellstmöglich erfüllt werden, Menschen, die durch Corona auf Hilfe angewiesen sind, unbürokratisch geholfen wird. Bitte lasst uns wieder leben, lasst uns genießen, lasst Alleinstehende und Kranke nicht isoliert und haltet euch an den gesunden Menschenverstand.

Manuela Schußmann

Waakirchen

Corona wird uns noch lange beschäftigen und wir sollten endlich lernen, vernünftig damit umzugehen. Die Maßnahmen unserer Politiker sind davon weit entfernt. Perspektiven werden nicht aufgezeigt, ganze Branchen wie Gastronomie, Hotelbereich, Kultur gehen den Bach runter. Familien dürfen sich nicht treffen, außer sie machen einen Kurztrip nach Mallorca da können dann alle an einem Tisch sitzen. Wie absurd ist das? Die Schüler verlieren ein weiteres Schuljahr und die größte Pfeife im Orchester der bayerischen Staatsregierung ist unser Kultusminister Piazolo, weit weg von der Basis und unfähig, nach Monaten ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Wir haben zu wenig Impfstoff, zu wenig Schnelltests, aber jede Menge Politiker, die außer heißer Luft nichts Zustandebringen. Im September sind wir wieder gefragt, die Wähler – und unsere Quittung kommt!

Angelika Bartsch

Deining

Als Kanzlerin, Minister oder sonstiges Regierungsmitglied kann man sich nicht in allen Dingen gut auskennen. Aber man sollte dann wenigstens ein gutes Gespür dafür haben, welche Berater für welche Situation am geeignetsten sind oder wie ich das herausfinde und wohl auch welche Motivationen bei jedem Berater hinter einer Beratung stehen. Die Wissenschaft hinzu zu ziehen ist immer gut. Bei der Pharmakologie ist halt die Frage der Motivation interessant zu klären und anzusehen. Bei Corona insbesondere die medizinische Wissenschaft passt auf jeden Fall. Aber sich in der medizinischen Wissenschaft dann nur auf die Virologie zu versteifen halte ich nicht für richtig. Hier hätte die Immunologie noch wirkungsvollere und passendere Ansätze, da bei ihr viele Fäden zusammenlaufen. Das menschliche Immunsystem und seine Chancen gegen das Virus, weiterhin die zahlreichen Möglichkeiten auf das Immunsystem positiv einzuwirken und es zu stärken bzw. eine differenziertere Impfstrategie, bei der zuerst wirklich nur die Hochrisikogruppen geimpft werden, wenn sie es denn möchten, und natürlich auch nur wenn sie es wirklich nötig haben, weil sie noch keine natürliche Immunität haben. Die jetzige Situation der existenziellen Ängste sei es vor dem Virus oder vor den Maßnahmen, der entstandene Neid, die Wut Hass, Streit, Depression, Verzweifelung, Unsicherheit und Unzufriedenheit in höchstem Maße dadurch dass nichts mehr vorhersehbar ist und sich täglich alles ändert, keine Perspektiven verlässlich sind, dazu die Spaltung der Bevölkerung die das alles noch verstärkt und die entsprechende Berichterstattung darüber wirken wohl eher negativ auf das Immunsystem aus und machen die Menschen erst recht anfällig für das Virus. Es ist nie zu spät für eine Kurskorrektur!

Martina Sailer

Mittenwald


Es ist eine Binsenweisheit, dass vor Feiertagen in Lebensmittelgeschäften besonders viel eingekauft wird. Und jetzt in Corona-Zeiten, wo auch alle Restaurants geschlossen sind, ist dies verstärkt der Fall. Also ist an den beiden Tagen vor Ostern, am Gründonnerstag und am Karfreitag im Lebensmittelhandel die Hölle los. Und was beschloss nun gestern Nacht unsere Bundeskanzlerin zusammen mit den Länderchefs: Am Gründonnerstag müssen alle Läden geschlossen sein, somit konzentriert sich ein Rekordumsatz nur auf einen Tag, den Karsamstag. Die Abstandsregelung lässt grüßen! Wie kommt so eine Schwachsinns-Regelung zustande? Entweder die Politiker verstehen nichts vom Einzelhandel, oder sie waren zu früher Morgenstunde nach vielstündiger Debatte nicht mehr klar denkfähig, oder beides. Jedenfalls kann man über so eine Entscheidung nur den Kopf schütteln.

Max Lipp

Weilheim

Die neuen Corona-Maßnahmen, wer soll die verstehen? Der Handel wird an Gründonnerstag geschlossen, an Karsamstag die Lebensmittelläden geöffnet. Sollte man nicht verhindern dass sich alles auf einen Tag konzentriert? Nach Mallorca fliegen wird nicht verboten, aber Urlaub in Ferienwohnungen im eigenen Land. Wenn mehr getestet wird, steigen auch automatisch die offiziellen Infektionsfälle. Schwere Infektionen und Todesfälle werden(Gott sei Dank) aber trotzdem weniger. Bin ich jetzt dumm das ich den Sinn hinter den „Ostermaßnahmen „ nicht versteh, oder werden wir von Dummheit regiert?

Maria Metz

Tattenkofen

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, ich (81 mit 1. Impfung nach zahlreichen bevorzugten wesentlich Jüngeren aus der Parteien- und Klerikerlandschaft) bin ja so glücklich, dass am Karsamstag wenigstens die \\“Lebensmittel\\“-Geschäfte öffnen dürfen! Als solche gelten ja auch riesige Supermarkets und Warenhäuser, in denen neben Obst aus Australien oder Chile auch Schreibwaren aus Nürnberg, Elektronikartikel aus Augsburg usw. eingekauft werden können, um die kleinen Fachhandelsgeschäfte nicht zu überfordern. Schade hingegen finde ich die erneute Schließung meines Friseurs, der mir vorschriftsgemäß vor Behandlung nicht mehr meine Glatze waschen darf und anschließend gegen 34 Euro meine letzten, fünf zu lange Haare kürzen. Ich bewundere aber uneingeschränkt die Weisheit politisch Verantwortlicher in Verbindung mit professoralen Beratern, die in keinem Vorlesungsverzeichnis zu finden sind, und verbleibe mit besten Wünschen verbunden ergebenst Ihr Bürger E.L.

Eduard Lubey

München


Man mag ja die eine oder andere Entscheidung über Schließungen und Öffnungen während der Coronazeit verstehen. Doch wie können die Politiker entscheiden, dass am Gründonnerstag selbst die Metzgereien und Bäckereien nicht öffnen dürfen. Ich denke, Fleisch und Wurst, sowie Brot und Backwaren gehören zu den Grundnahrungsmitteln und die Politiker verbieten auch diesen so wichtigen Verkauf. Dafür wird am Samstag geöffnet, wo dann vermutlich alle offenen Geschäfte gestürmt werden, und das dürfte nicht coronakonform sein.

Christian Rittinger

Miesbach


Nun sind wir mal wieder im Lockdown, wieder ohne ausreichenden Impfstoff, wieder ohne ausreichende Testmöglichkeiten. Dennoch werden weiter Versprechungen mit dem Slogan gemacht: „Alles wird gut“ und „Wir schaffen das“. Der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton äußert zu der ganzen Impfstoffmisere arrogant in einem Interview im französischen Fernsehen, dass für Sputnik V hier absolut kein Bedarf bestehe, verspricht sogar eine Herdenimmunität in Europa bis Mitte Juli 2021, was hochgerechnet schlicht unmöglich ist. Amerika hat dagegen zur Mobilmachung für einen „Krieg gegen das Virus“ mit über 2 Millionen Impfungen pro Tag aufgerufen. Diese werden nicht nur in Zentren, sondern auch in Apotheken und sogar in Baumärkten und Drive-In‘s, wo der Impfling dazu noch nicht einmal das Auto verlassen muß, im 2- Minutentakt durchgeführt. Dagegen sind hier bei uns viele der 80-Jährigen noch heute nicht geimpft. Amerika wird siegreich aus diesem „Krieg“ hervorgehen, während wir ihn noch mit Tausenden zusätzlicher Toten verlieren. Unsere Wirtschaft wird sich noch lange ihre Wunden lecken. Europa bietet, um mit Präsident Biden zu sprechen, nur noch ein erschreckendes Beispiel.

Dr. Dr. Hans-Jürgen Thies

Moorenweis

Da werden über Ostern fünf „Ruhetage“ verordnet, um in dieser kurzen Zeitspanne das Virus endlich unschädlich zu machen. Dann beschließt man, den Samstagvormittag die Supermärkte doch zu öffnen. Wahrscheinlich möchte man den sicheren Verderb der Frischwaren und die Angst der Bürger vor dem Verhungern vermeiden. Ja, was ist das denn für ein Unfug? Anstatt die Ladenöffnungszeiten zu verkürzen, müssten sie deutlich ausgeweitet werden, wie etwa fast überall in Skandinavien: Montag bis Sonntag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr ist dort die Regelöffnungszeit, inklusive (fast) aller Feiertage. Dann wäre die Frequenz in den Geschäften deutlich geringer und es wären nicht solche Menschenzusammenballungen zu erwarten wie am Ostersamstag in den wenigen Stunden der Öffnung. Denkt von den Entscheidern niemand so weit voraus, weil deren Einkäufe inzwischen von ihren Chauffeuren erledigt werden, während sie sich im Erfinden von unsinnigen Entscheidungen immer wieder gegenseitig überbieten?

Christian Geigle

Grünwald

Wie lange denn noch, muss man sich fragen? Wenn Zumachen und Schließen das einzige Konzept der Politik ist, dann brauchen wir künftig keine neuen Treffen der Ministerpräsidenten mehr! Es sollten schnell bundesweit schnell Gastrobetriebe,, Hotels und Geschäfte aus Protest zumindest an einem Tag öffnen. Auch die Schüler könnten statt Friday for Future einen Friday für Präsenzunterricht organisieren. Die Ansteckungszahlen sind nur ein Indikator, aber bei weitem nicht der wichtigste oder gar entscheidende. Es ist an der Zeit oderfast schon zu spät,den Bürgern ihre Selbstverantwortung zurückzugeben! Geschäfte, Gastronomie, Kultur, Schulen haben alle schlüssige Konzepte erarbeitet, die von der Politik völlig ignoriert werden. Wer reisen will, sollte dies tun, denn es liegt in deren Verantwortung und eigenem Risiko. Dass vorher und anschließend getestet werden muss, versteht sich von selbst. Die sozialen,psychischen und wirtschaftlichen Folgen sind endlich zu berücksichtigen und zu gewichten!

Anton Bönig

Erding

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