Die Preise sind auch ein Grund

„Wirtshaus-Sterben geht weiter“; Titelseite, Tassilo Pritzl: „Klagelied über das bayerische Wirts- haus“; Bayern 22. März

Mit Sicherheit hat das Rauchverbot seinen Teil zum Wirtshaussterben beigetragen, aber wie soll zum Beispiel ein Rentner, der früher mindestens einmal pro Woche zum Kartenspielen oder zum Stammtisch ins Wirtshaus ging, mit seiner Rente einen Wirtshausbesuch finanzieren? Aber vielleicht funktioniert’s ja wieder nach der nächsten Rentenerhöhung.

Erich Seyfried Neufahrn

Das Wirtshaus-Sterben (nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland) ist bereits 2002 sprunghaft angestiegen. Damals hatten viele Kneipen ihre Getränkepreise im Verhältnis 1 : 1 von DM auf Euro umgestellt – eine mathematische Glanzleistung. Die Antwort der Verbraucher: Vereinsfeste und private Gartenpartys am laufenden Band. Mit dem Rauchverbot hatte das noch nichts zu tun. Da Raucher ihr sauer verdientes Geld statt für teures Bier lieber für teure Zigaretten ausgeben, können sie sich keine Gastronomie mehr leisten. Also holt man sich billiges Bier aus dem Supermarkt. Abgesehen davon wird das Rauchverbot nach wie vor von vielen Kneipenwirten ignoriert oder mit allen Tricks umgangen. Wer es heute wirklich schwer hat, das sind die alten Nichtraucher-Cafés, die es schon in den 90ern gab und die damals immer voll waren. Sie haben ab 2008 ihr Alleinstellungs-Merkmal und damit auch viele Gäste eingebüßt.

Michael Krämer Haimhausen

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