Wer zahlt, schafft an

„Der Schlichterspruch zugunsten der niedergelassen Kassenärzte kostet die gesetzlich Krankenversicherten ab 2011 eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr.

In Bayern heißt es eigentlich, ,wer zahlt, schafft an‘, dies gilt aber anscheinend nicht für die gesetzlich Krankenversicherten. Die circa 150 000 niedergelassenen Kassenärzte in Deutschland erwirtschaften laut Statistischem Bundesamt (2007), ohne Einnahmen von Privatversicherten und Selbstzahlerleistungen, pro Jahr ein Einkommen von 110 000 Euro bis 267 000 Euro, wohlgemerkt nach Abzug aller Praxis- und Personalkosten. Nun erhalten diese Kassenärzte ab 2011 mindestens eine Milliarde Euro zusätzlich zu ihren Spitzenverdiensten! Dies bedeutet pro Kassenarzt eine durchschnittliche Erhöhung um circa 555 Euro pro Monat. Zur Erinnerung: Die Rentner erhalten 2010 keine Erhöhung (Durchschnittsrente ca. 950 Euro). Die Pensionen der Beamten wurden 2010 um 1,2 Prozent erhöht (bei einer Durchschnitts pension von circa 2600 Euro eine Erhöhung um 31 Euro pro Monat. Die Hartz IV Sätze werden ab 2011 um 5 Euro pro Monat erhöht. Die BAföG Sätze werden ab 10/2010 um 13 Euro pro Monat erhöht. Sind da nicht die Dimensionen etwas auseinander geraten? Bei einem zu versteuerndem monatlichen Einkommen von 9150 Euro bis 22 259 Euro pro niedergelassenem Kassenarzt kommen nochmals 555 Euro pro Monat dazu! In anderen Ländern wie in Österreich zahlen die Krankenversicherten nur die Hälfte des deutschen Beitrags bei einer höheren Lebenserwartung. Dort tragen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, nicht wie in Deutschland zum Nachteil für die gesetzlich Versicherten, die Beiträge solidarisch jeweils zur Hälfte. Anscheinend werden die 71 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland von der Politik und der Wirtschaft systematisch nach ,Recht und Gesetz‘ ausgebeutet!“
Lutz Schowalter
Rottach-Egern

„Eine Milliarde mehr für Ärzte“; Titelseite 6. Oktober

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