Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

Zugunglück wäre vermeidbar gewesen

Bereits vor 90 Jahren hat die Deutsche Reichsbahn mit „INDUSI“ (System zur induktiven Zugsicherung) ein System zur Sicherung von Gleisblocks an Haltesignalen eingeführt.

Es ist völlig unverständlich, dass behauptet wird, man habe erst in letzter Zeit solche (neuen) Systeme eingeführt, die offensichtlich trotzdem versagen.

Wolf-Dietrich Schildener München

Auch dieser äußerst tragische Zugunfall ist sicher vermeidbar gewesen! Nicht allein der sogenannte Auslöser „menschliches Versagen“ trägt die Hauptschuld! Auch dieser eingleisige Streckenabschnitt ist gerade in der heutigen Zeit unter den allseits bekannten Gegebenheiten nicht mehr politisch verantwortbar. Auch hier ist tagtäglich ein so starkes Verkehrsaufkommen vorhanden, welches auf einer eingleisigen Strecke nicht mehr ordentlich abgewickelt werden kann. Schon allein bei den geringsten Unregelmäßigkeiten entstehen hier Betriebsunregelmäßigkeiten mit Zugverspätungen, die weiter nach Rosenheim und selbst über Holzkirchen und Deisenhofen bis in den S-Bahnbereich nach München sich regelmäßig an vielen Tagen auswirken. In solchen Situationen gibt es keine andere Alternative als den Ausbau zu einer ganz normalen zweigleisigen Bahnstrecke. Eine eingleisige Bahnstrecke ist dafür einfach nicht geeignet und kann diese Aufgaben auch mit modernster Technik nicht erfüllen. Und diesen fehlenden Ausbau haben ganz alleine unsere derzeitigen machthabenden bayrischen Verkehrspolitiker auf Bundes-, Landes-, Landkreis- und örtlicher Ebene allein zu verantworten. Leider bauen diese stattdessen lieber mit großer Geschwindigkeit gegen die dort lebende Bevölkerung neue Autobahnen, wie die neue Isentalautobahn, anstatt die dazu parallel verlaufende äußerst leistungsfähige und bestens trassierte immer noch eingleisige Bahnstrecke nach Mühldorf endlich einmal zweigleisig auszubauen. Solche dringenden Maßnahmen, die den täglichen Bahnbenutzer dienen und unsere gebeutelte Umwelt wirklich entlasten, gibt es noch einige. Diese werden immer wieder von den verantwortlichen Politikern gestrichen.

Helmut Gall München

Entsetzen, tiefe Trauer und Fassungslosigkeit: Man stelle sich vor, Mutter, Bruder oder bester Freund kommen nie mehr vom Zug nach Hause! Die Bahnstrecke Holzkirchen-Rosenheim besteht seit über 150 Jahren und wurde genial geplant und gebaut. Wenn man sich mit der Geschichte dieser Bahn beschäftigt hat, geht einem jetzt eine Tatsache nicht mehr aus dem Kopf (Zitat aus: www.mangfalltal-bahn.de/geschichte.htm): „Es zeugt von enormem Weitblick der damaligen Generalverwaltung der königlichen Eisenbahnen die Strecke zweigleisig zu planen. Auf dem Teilabschnitt Holzkirchen-Rosenheim sind die meisten Kunstbauten bis heute für einen zweigleisigen Ausbau erhalten geblieben.“ Man redet heutzutage so viel vom technischen Fortschritt und nach so einem Unglück von den modernsten elektronischen Sicherungssystemen: Ich kann das nicht mehr hören! Fehlt nur noch, dass ein PC-Absturz im Stellwerk die Ursache war.

Wolfgang Faber Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Zunächst gilt das Mitgefühl den Hinterbliebenen und den Verletzten. Wir sollten dieses Unglück aber als Schuss vor den Bug betrachten, innehalten und über unsere Mobilität nachdenken. Immer mehr Menschen in kürzeren Taktzeiten sollen auf einem Gleis hin und her transportiert werden, man will ja eine Metropolregion. Waren werden erst gar nicht mehr mitgenommen. Da träumen Autofanatiker davon, Millionen Schwerlaster autonom (ohne Begleitfahrer) als rollende Landstraße über die Lande zu jagen und Autos zu vernetzen, um auch bei Glatteis hohes Tempo fahren zu können. Der Bremspilot weiß ja, wann es kracht. Ein falscher Vogel in der Luft irritiert die eingesetzte Software und das Leid auf der Straße ist groß. Mein Großvater war Bahnhofsvorsteher auf einer eingleisigen Strecke in Niederbayern. Er kämpfte zeitlebens dafür: Eingleisig bleibt einzügig. Ihr könnt hintereinander fahren, aber niemals gegeneinander. Egal ob Technik oder Mensch die Verantwortung trägt. Hier entschieden 8 Minuten über Leben und Tod (Fahrzeit Kolbermoor–Rosenheim). Zwei Zukunftstechniken der Mobilität, Cargolifter und Transrapid haben wir dafür ohne Not aufs Abstellgleis geschickt.

Werner Gugetzer München

Zugunfall bei Bad Aibling; Münchner Merkur auf mehreren Seiten; 10. Februar 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wehrmachtssoldaten berichten über ihre Erfahrungen
41 Wehrmachtsandenken in Kasernen; Titelseite 18. Mai, Wehrmacht und Bundeswehr; Leserforum 19. Mai
Wehrmachtssoldaten berichten über ihre Erfahrungen

Kommentare