Leserbrief

Das nötige Kleingeld

Ein Leben ohne Bargeld?; Weltspiegel 20. Januar

Nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox, kann sich etwa jeder dritte Deutsche, ein Leben ohne Bargeld vorstellen. Das sind immerhin 33,4 Prozent und in der Mehrzahl die jüngere Generation, während die Ältere dem Wandel skeptisch gegen - überstellt. Eine Welt ohne Cash? Eine Horrorvorstellung! So jedenfalls sehen es die Kritiker. Die Forderung, Scheine und Münzen aus dem Verkehr zu ziehen, sei ein Angriff auf die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger sowie ebenfalls ein Angriff auf das Monopol der Zentralbanken und Währungshüter. Ohne die Existenz von Bargeld hätten die Sparer keine Möglichkeit mehr ihr Geld abzuheben falls die Banken Negativzinsen auf Einlagen verlangen.

Doch der Internationale Währungsfonds hat mehrfach ausführlich dargelegt wie Staaten das Bargeld aus dem Verkehr ziehen können. In Schweden zum Beispiel legen die Kunden selbst beim Bäckerladen keine Krone mehr auf den Tresen. Und in der deutschen Hauptstadt gibt es schon Bistroläden die den Trend nacheifern. Global gesehen sei es das Ziel, Steuerhinterziehungen das Handwerk zu legen. Weil gefehlt es die Gegner dann heute werden enorme Summen an Schwarzgeld verschoben und zwar nicht in bar sondern elektronisch! In dem Für und Wider zeigt die Deutsche Bundesbank in einer Studie auf, dass überwiegend der bisherige Zahlungsverkehr Priorität hat. Optimistischer zeigt sich Prof. Dr. Alex Börsch-Supan van Max Plank Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Er ist zuversichtlich, dass es das Bargeld auch im Jahr 2050 noch geben wird. Und des Volkes Weisheit soll aufrecht bleiben – in manchen Dingen braucht man eben das nötige Kleingeld!

Eugen Simbeck

Wolfratshausen-Waldram

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