Selektion in der Petrischale

Embryonen: Gendefekt-Reparatur; Weltspiegel 3. August

Macht der Mensch sich in Zukunft selbst? In den USA hat jetzt ein Forscher beschrieben, wie sie menschliche Embryonen im Einzell-stadium gezielt genetisch manipuliert und sie anschließend noch weitere Tage im Labor lebensfähig erhalten haben, um sie anschließend zu vernichten. Erstmals wurden damit mit der noch neuen Methode Genschere Crispr-Cas9 erfolgreich das menschliche, defekte Erbgut von den Forschern korrigiert. Damit könnte tatsächlich schneller als gedacht eine alte Vision näher rücken, die viele Wissenschaftler und auch gefährliche politische Ideologen seit Langem erträumt haben: Den einzelnen Menschen schon bei der Zeugung mit bestimmten genetischen Merkmalen auszustatten oder diese, wie hier im Falle eines Gens, eine bestimmte Herzmuskel-Erberkrankung, die keinesfalls tödlich wäre, ganz zu vermeiden. Weltweit läuft, in vielen Ländern zudem ohne ethische Standards und jede Kontrolle, nun der Wettlauf um die schnellsten Wege zur erfolgreichen weiteren Genmanipulationen an menschlichen Embryonen. Auch wenn die Hauptargumentation, wie auch in diesem Falle, immer eine angestrebte Verhinderung oder Beseitigung von bestimmten Erbkrankheiten ist, geht es doch im Kern bei dieser Gentechnik um die Schaffung eines neuen, eines perfekten Menschen, um Designerbabys, die ganz bestimmte Merkmale tragen oder nicht haben sollen. Das ist eine weitere Selektion in der Petrischale. Und ein Riesengeschäft, denn zahlungskräftige Eltern werden genetisch geprüfte und optimierte, gesunde Kinder im Labor zeugen und später selbst oder über Leihmütter austragen lassen. Das deutsche Embryonenschutzgesetz schützt bisher wirksam und international beispielhaft die Embryonen in den Laboren vor Genmanipulationen. Immerhin – doch wie lange noch? Genmanipulationen am Mais oder bei Lebensmitteln und Tieren empören heute zu Recht viele Menschen und erfahren wütende Proteste. Hier aber geht es um den Menschen selbst und die nächsten Generationen! Es bleibt sehr zu hoffen, dass die Empörung und Kritik hier aus Sorge um den Menschen selbst noch vehementer wird und den Forschern jetzt auch klare ethische und rechtliche Grenzen aufgezeigt werden können. Sonst wird sich die genetische Selektion der vermeintlich gesündesten, schönsten und klügsten Embryonen international zu einem inhuman wirkenden Forschungswettbewerb entwickeln.

 Christiane Lambrecht Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL) Bayern, Murnau

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