Auch Hunde reißen Schafe

„Ein Bild des Grauens“; Weltspiegel 2. Mai

Der Verfasser der reißerischen Überschrift „ein Bild des Grauens“ hat scheinbar noch nicht das Leid der Schafe auf einem der tagelangen Schiffstransporte in Drittländer gesehen. Da werden Tausende Schafe bei extremer Hitze auf engstem Raum, häufig ohne Wasser und Futter, zusammen gepfercht. Viele liegen tief in ihren Exkrementen, sind völlig verdreckt. Einige bereits verletzt oder verendet. Anderen tropft der Rotz aus der Nase, sie haben entzündete Augen und atmen schwer. Die Luft ist so stark von Ammoniak getränkt, dass man kaum atmen kann. Dass sind Bilder des Grauens und zwar täglich und ohne das es den Medien einen Bericht wert ist. Aber auch das in Niehl 30 Schafe von Hunden getötet wurden, war dem Merkur keine groß aufgemachte Berichterstattung wert. Auch dass Hunde mehr Schafe reißen als Wölfe wird in den Medien nicht publik gemacht. Hingegen reicht beim Wolf allein schon der Verdacht. So kommt einem der Gedanke, dass der Bericht von einem Wolfsgegner verfasst wurde, um Stimmung gegen den Wolf zu machen, damit er auf die Liste der jagdbaren Arten gesetzt wird. Unseriös auch den Wolf als Schuldigen darzustellen, ohne das Ergebnis der DNA-Analyse abzuwarten. Wie ideologisch verblendet müssen diejenigen sein, die zum Schutz der Weidetiere lediglich den Abschuss der Wölfe, aber nicht von wildernden Hunden fordern? 

Verena Wendt Weilheim

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