Pietätloses Verhalten

Es war Suizidabsicht; Weltspiegel 10. April

Die Gewalttat in Münster ist grausam. Doch grausam ist auch, wie Politiker der selbst ernannten Alternative darauf reagierten. Bereits wenige Minuten nach der Tat sendet der parlamentarische Geschäftsführer aus Mecklenburg-Vorpommern der AfD Prof. Dr. Ralph Weber eine Eilmeldung in seinem Facebook-Konto und spricht von „importiertem Terror“ und man werde alle Kräfte einsetzen um die Ursachen zu bekämpfen. Dies tut er ohne jegliche Hintergründe der Tat kennen zu können und nur mit dem Ziel seine Gefolgschaft wieder aufzuheizen. Diese folgt blindlings und die Schuldigen sind bei den Anhängern schnell gefunden und so postet dort jemand: „An Merkels Händen klebt Blut“. Der Politiker weiß genau, was er mit solchen Worten in Gang setzen kann, auch aufgebrachte Gegengewalt. Dies Augenblicke danach, so als hätte man bei der AfD nur darauf gewartet. Viele, viele Minuten später hält der gleiche Politiker aber es bisher nicht einmal für nötig, diese Eilmeldung zu korrigieren oder gar zu entschuldigen nach einem nun viel besseren Erkenntnisstand der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Die Ursachen sind doch ganz andere und kein „importierter Terror“. Darüber gibt es jedoch keine Meldung von Herrn Weber. Und außer Landes scheint er auch nicht zu sein. Vier weitere Meldungen sendete er seitdem über Facebook und am Montag gratulierte er pflichtbewusst Herr Orbán zum Wahlsieg und ruft zur Montagsdemo in Rostock auf. Dies erscheint zu dem Zeitpunkt wichtiger als die Wahrheit über die grausame Tat in Münster und die Opfer sind schon vergessen. Alleine solche Politiker oder solches pietätloses Verhalten machen diese Partei einfach nur unwählbar. Politiker sollten besonnen und pflichtbewusst auf so etwas reagieren. Wenigstens das sollte man von ihnen verlangen können. 

Olaf Zander Egenhofen

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