Verirrter Verstand

Trump: Bewaffnete Lehrer und ein Spickzettel; Weltspiegel 23. Februar

Das Ansinnen Lehrer zu bewaffnen kann nur einem verirrten Verstand entspringen. Die Attentäter würden zuerst auf die Lehrer und wenn sie das Duell überlebten auf die Kinder schießen. Über Jahrtausenden war der Jagdtrieb für unsere Spezies überlebenswichtig. Die Handwaffen wurden immer weiter-entwickelt bis das Schießpulver das Töten auf perfide Distanz ermöglichte. Wir kritisieren mit gutem Gewissen die Waffenpraxis der USA. Aber sollte man nicht das Goethezitat: „Jeder kehre vor seiner eigenen Tür“ anwenden? Nach unzähligen Kriegen in Europa leben wir endlich in einer glücklichen, friedlichen Epoche und brauchen, aus ethischer Sicht, keine privaten Schusswaffen mehr. Nachdem unsere Jäger die natürlichen Feinde der Wildtiere gezielt annähernd ausgerottet haben, entschuldigen sie ihr archaisches Jagdvergnügen mit fadenscheinigen Argumenten. Die vorgeschobene Überpopulation wird nachweislich durch die Wildtierfütterung verursacht. In unzähligen Schützenvereinen werden Jugendliche an den „harmlosen“ Gebrauch von Schusswaffen herangeführt. Die Olympischen Spiele wurden ca. 800 v. Chr. von verfeindeten Staaten kreiert. Für die Zeit der Spiele vereinbarten sie eine „Heilige Waffenruhe“ und gründeten damit den olympischen Geist. Wie ist es zu verstehen, dass es heute immer noch (Laura Fans mögen mir bitte verzeihen) Goldmedaillen für Schusswaffengebrauch gibt. Um diese pazifistischen Einlassungen näher zu erklären, erlaube ich mir, auf meine jugendliche militärische Zwangsausbildung zu verweisen, bei der ich das Töten auf Distanz erlernen musste. Zielscheiben waren kein Problem, jedoch bei den befohlenen Pappkameraden den Kopf oder das Herz zu treffen, wurde mir klar, dass ich als Soldat jämmerlich versagen würde und möglichst nie wieder eine Waffe führen möchte. Wahrscheinlich fühlen die meisten Menschen wie ich. 

Peter Altmann, Dachau

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