Leserbrief

Angst vor Blamage?

Studie: Kampf gegen Geldwäsche schwächelt; Wirtschaft 7. Juli

Dies tut er bereits seit mindestens 2011. Im Segment der in die Insolvenz gerutschten Mittelstandsanleihen haben sich bei einigen Fällen Vorstand und Aufsichtsrat bereichert, in dem sie skrupellos Überweisungen und Barabhebungen oberhalb der Grenze von 10 000 Euro vorgenommen haben, ohne dass die betreffenden Banken dies wie vorgeschrieben vermerkt und gemeldet haben. Bei Getgoods und HKW Personalkonzepte gingen die Unterschlagungen jeweils ins benachbarte Ausland. In zumindest beiden genannten Fällen hat es die Staatsanwaltschaft nicht hinbekommen, dass diese Kontobewegungen der Unternehmen bzw. deren abhängige Tochterunternehmen seit nun mehr 10 Jahren nachvollzogen wurden. Entweder sind die Behörden krass unterbesetzt, die Materie zu komplex, um sie zu verstehen oder/und die Behörden haben Angst sich gegenüber den hochgezahlten Anwälten der Beklagten fachtechnisch zu blamieren.

In jedem Fall hätte die Staatsanwaltschaft in München (HKW) und Frankfurt/Oder (Getgoods) genügend Zeit gehabt, um „heranwachsende „Nachwuchskräfte der Justiz mit dem Nachvollziehen der Kontobewegungen zu beauftragen. Das lernen Bankangestellte im ersten Lehrjahr.

Der Verdacht, dass die genannten Führungskräfte das Bankpersonal bestochen haben könnten, damit sie die Weitergabe der Daten an die Bafin oder andere Stellen nicht melden, ist nicht von der Hand zu weisen.

Christoph Kanther

Krailling

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