Leserbriefe

Tempolimit gegen hohen Spritverbrauch

Andreas Hoenig: Trotz Klimadebatte: SUV beliebt wie nie; Wirtschaft 7. August

Da ist ja nun der Übeltäter gefunden, die SUV-Fahrer waren es, Klima gerettet. Ich fahre auch SUV, meiner verbraucht 6 Liter Diesel auf 100 Kilometer und richtig, er ist bequemer zum Ein- und Aussteigen. Wenn man gegen hohen Verbrauch vorgehen will, sollte man ein Tempolimit auf Autobahnen durchsetzen. Bei 100 km/h braucht mein SUV 6 Liter, bei 180 km/h schon 12 Liter. Diesel wird auch nicht subventioniert, sondern nur geringer besteuert. Ein Liter Diesel zu 1,36 Euro enthält 69,36 Cent, die der Staat kassiert, bei Benzin ist bei einem Liter zu 1,55 Euro für den Staat 90,7 Cent drin. Wenn nun die CO2-Steuer kommt, was fast sicher ist, sollte man überlegen, ob man die Kfz-Steuer nicht auf die Kraftstoffe umlegen könnte. 5 Cent je Liter zum Beispiel – dann zahlt der Vielfahrer mehr für den Straßenerhalt als der Wenigfahrer, was gerecht wäre und außerdem die Pkw-Maut ermöglichen würde.

Robert Feuchtgruber

Fraunberg

Warum werden SUVs so verteufelt momentan? Die Ehefrau ist sicherer unterwegs, auch mit den Kindern. Ältere Menschen tun sich leichter beim Ein- und Austeigen. Man bringt beim Einkaufen auch einiges rein. Aber Politiker fliegen mit Kerosin (steuerbegünstigt) gerne zu offiziellen Veranstaltungen (Kanzlerin sogar in den Urlaub) Schiffe auf den Weltmeeren hauen tonnenweise Schweröl raus. Strom aus regenerativen Energien hat keine Leitungen. CO2-Steuer – wo wird die wohl landen? Da, wo auch die Kfz-Steuer landet, im Nirwana! Aber das SUV ist schuld? Man schürt nur den Sozialneid mit solchen Artikeln, statt am Kern anzusetzen.

Günter Reichhart

Taufkirchen

Der Soziologe und Grüne Kühn wundert sich nicht über den SUV-Boom, an dem die Industrie die Schuld hat. Ich fahre auch ein hochmodernes SUV, weil es die Industrie mir förmlich aufgedrängt hat. Die besonderen Sicherheits- und Komfortaspekte dieses Autos wollte ich gar nicht, die Industrie hat sie mir eingetrichtert. „Das Klimakabinett muß Spritschlucker stärker in die Verantwortung nehmen“, plappert der Herr Kühn im Artikel des MM. Ich habe schon mal versucht, meinem SUV deswegen ins Gewissen zu reden, dass es doch mehr Verantwortung übernehmen soll. Es hat sich nicht drauf eingelassen und mir gezeigt, dass es nicht mehr schluckt als viel kleinere Fahrzeuge. Und auch bezüglich der Abgase verhält es sich vorbildlich. Ich mach es jetzt so: Ich lebe so, wie es mir gefällt, fahre mit Autos, die mir gefallen und lasse diesen sowie alle anderen grünen Soziologen weiterhin erklären, wie die Gesetzmäßigkeiten des Marktes in grauer (äh: grüner) Zukunft aussehen sollen. Mahlzeit!

Herbert Laub

Dachau

In seinem Leserbrief vom 8.8. fragt Herr Stenner, ob es denn noch dümmer geht? Die Antwort hat er sich eigentlich selbst gegeben. Er hat wohl völlig außer Acht gelassen, dass der heutige Mensch nur scheinbar autonom seine Kaufentscheidungen treffen kann und dies auch tut. Die manipulative Kraft der Werbung wird von ihm gänzlich außen vor gelassen. So wie er die Entscheidungsprozesse in der Autoindustrie schildert, richtet sich das Angebot zum Beispiel an SUV’s rein nach der Nachfrage durch den Kunden. Die Kunst dabei besteht, sich auf veränderte Kundenwünsche rechtzeitig vorzubereiten, um dann keinen Trend zu versäumen. Dazu kann ich nur sagen: Völlig falsch gedacht. Wir sprechen doch schon seit ewigen Zeiten von den sogenannten Trendsettern, also den Menschen oder Unternehmen, denen es gelingt, das Kaufverhalten von uns Verbrauchern so zu beeinflussen, dass von einem Trend gesprochen werden kann. Modefritzen kennen sich da bestens aus. Der Automarkt ist hochkomplex, aber auch er folgt Trends. Und wie wir aus unzähligen Beispielen wissen, haben die allermeisten Trends in den USA ihren Ursprung. Es ist meist nur eine Frage der Zeit, wann ein Trend nach Europa/Deutschland rüber schwappt. Mit gigantischen Marketingbudgets kann man Trends in eine ganz bestimmte Richtung lenken, die eigene Entscheidung, was gut und vernünftig wäre, wird dabei ganz gezielt manipuliert. Wenn nun Herr Stenner glaubt, dass alles genau anders herum funktioniert, so irrt er sich ganz gewaltig. Gerade beim Auto schalten die allermeisten Verbraucher rationale Überlegungen gänzlich aus und lassen ihren Gefühlen/Emotionen freien Lauf. Und die Werbewirtschaft greift hier auf altbewährte Mittel zurück. Von wegen freie Kaufentscheidung… da lachen ja die Hühner.

Rudi Püchner

Forstern

Unser Ziel muss selbstverständlich sein, unsere Umwelt zu schützen und vor allem bei den nicht-regenerativen Ressourcen zu sparen. Mein Problem ist, dass das Thema „Mobilität“ meist nicht in den Gesamtkontext des Endenergieverbrauchs gesetzt wird und das ist wichtig, um richtige und zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Entsprechend einer Statistik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von 2015 war der Endenergieverbrauch in Deutschland 8.877 Petajoule (Maß für die Energiemenge, Abkürzung PJ), davon wurden für den Verkehr 2.619 PJ aufgewendet, also etwa 29%. Der Sektor „Verkehr“ beeinhaltet aber nicht nur Straßenverkehr, sondern auch Luftverkehr, Schiene und Schiffahrt. Der Straßenverkehr selbst mit PKWs, LKWs und Bussen beträgt dann ca. 24,8%, also rund 1/4 des Energieverbrauchs. Ich sage nicht, dass dies vernachlassigbar ist, aber wir können doch nicht nur ständig über Mobilität, insbesondere Straßenverkehr und Luftverkehr diskutieren, wenn da gleichzeitig andere 71% Endenergieverbraucher sind, die ebenso Abgase und C02 in die Luft blasen! Der Rest des Endenergieverbrauchs in Deutschland teilt sich übrigens folgendermaßen auf: Industrie (29%) und Haushalte (26%) sind in einer ähnlichen Größenordnung wie Mobilität/Straßenverkehr; Gewerbe/Handel/Dienstleistung tragen mit etwa 16% an dem Endenergieverbrauch bei. Um auf die SUVs zu kommen: Nach „www.Focus.de“ vom 5.7.2019 ist deren Marktanteil aktuell 21,2%. Pessimistisch gerechnet hätten die SUVs mit diesem Anteil und den 24,8% Endenergieverbrauch am Verkehr einen Einfluß von etwa 5% (21,2% von 24,8% = 5,3%; pessimistisch, weil der Straßenverkehrsanteil auch LKWs und Busse enthält).

Wenn man die SUVs durch andere Modelle mit dem halben Verbrauch ersetzen würde, würden wir also etwa 2,5% einsparen. Und das soll unsere Probleme lösen?

Wir müssen in allen Bereichen sparen und auch alle Bereiche gleichermaßen diskutieren und adressieren. Ich weiß nicht, warum sich die Debatte immer nur auf Autos und Flugzeuge konzentriert, vielleicht weil diese am meisten ins „Auge stechen“.

Nichts gegen die Elektromobilität, aber solange wir die Energiewende nicht geschafft haben, der Strom also hauptsächlich mit Kohle- und Gaskraftwerken erzeugt wird, ist hier doch kein Sparpotenzial vorhanden. Das CO2 wird eben an anderer Stelle, in den Kraftwerken generiert, nicht-regenerative Ressourcen werden ebenso verbraucht und durch die Leitungsverluste im Stromnetz und die Herstellung der Batterien ist die Gesamt-CO2 Bilanz ziemlich schlecht. Das Elektroauto unter diesen Umständen als umweltfreundlich zu bezeichnen ist schon sehr naiv.

Wolfgang Sterr

Rottach-Egern

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