Auch der Bürger ist systemrelevant

Endlich einmal eine Aussage eines kompetenten Mannes, der weiß, was er sagt und einen Lösungsansatz für die Schuldenkrise kennt.

Es ist eine logische Überlegung, dass Risiken, die nicht mehr beherrschbar sind, begrenzt werden müssen. Wenn einer eine Spielbank besucht, muss er nachweisen, dass er es sich leisten kann, eine gewisse Summe zu verlieren. Jedes Unternehmen muss eingegangene Risiken versichern, ohne dass der Staat und seine Bürger einspringen müssen, oder es geht in den Konkurs. Das haben wir bei Schlecker oder Müller-Brot gesehen. Warum sollte das bei Banken anders sein? Wenn die Größe ein Kriterium ist, das die Risiken überhandnehmen lässt, muss das Wachstum eben begrenzt werden. Das leuchtet jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand ein. Warum nicht den Problemlösern der Eurokrise, die deshalb nicht zum Ziel kommen, weil sie die Tatsachen nicht zur Kenntnis nehmen? Solange eine Chance besteht, dass die Bürger – besonders die Deutschen – die Risiken übernehmen, werden die nicht gescheit und verhindern jede vernünftige Lösung. Wenn, wie im Brief der 170 Ökonomen geschehen, auf die Tatsachen hingewiesen wird, die schlüssig sind und durch die Entwicklung der letzten Jahre bestätigt werden, erhebt sich sofort ein Geschrei von unnötiger Panikmache, Verunsicherung usw. Dann sollen die sogenannten Weisen eben neue Antworten finden, die nicht darauf beruhen, dass man unbedingt so wie bisher weitermacht. Die Wähler müssen nicht erst beunruhigt werden, sie sind es schon, was Umfragen bestätigen. Zur Lösung kann nur beitragen, wenn die Ursachen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Erst wenn feststeht, dass eine Bank, die gravierende Fehler gemacht hat, auch pleitegehen darf, wird sich belastbares Wirtschaften wieder durchsetzen. Die Menschheit hat jahrtausendelang aus ihren Fehlern gelernt und sich deshalb gesund weiterentwickelt. Warum soll das jetzt nicht mehr gelten? Deshalb ist es auch so wichtig, dass fachkompetente Menschen wie Herr von Bomhard ihre Stimme erheben.

 Herbert Bürgle Karlsfeld

Da sich nun unsere Politiker von den Banklobbyisten (in Brüssel zirka 700) verunsichern lassen, nennen sich diese Banken mit Problemen „systemrelevant“ und müssen von den Staatsbürgern mit deren Geldern gestützt werden. Ist das so in Ordnung? Werden gravierende Bürger-Fehler auch mit Staatsgeldern gesichert? Die Bürger sind doch auch systemrelevant? Nun haben die privaten Großbanken sehr viel Geld und sehr viel Macht und was passiert? Es entwickelt sich nun die Einsicht, dass ein Konkurrenzkampf zwischen der Geldmacht und der Wirtschaftsmacht entsteht. „Geld beherrscht die Welt“ oder „Arbeit bietet Lebenserwerb“, diese zwei Pole bilden sich eindeutig heraus. Geld kann man nicht essen. Wenn in einer Region die Werte von Immobilien fallen, was dann? Wenn zwar Arbeit (siehe „Flughafen München Jobmaschine“) da ist, jedoch zu Löhnen, die in dieser Region zu schwierigen Lebenssituationen führen (Miete zu hoch), was dann?

Siegfried Wüst Mauern

„Unrecht Gut gedeihet nicht“, heißt ein Sprichwort. Unrecht war die Erpressung Deutschlands, die Wiedervereinigung mit der Einführung des Euro zu erzwingen. Wir, das Volk, wurden nicht gefragt. Unrecht ist, EU-Verträge zu brechen. Unrecht ist aber auch, der bayrischen Bevölkerung nach der Wiedervereinigung die in unserer Verfassung vorgeschriebene Volksbefragung über den Verbleib in der BRD vorzuenthalten. Ein Ausstieg Bayerns aus der BRD und dem unseligen Euro-Konstrukt könnte unser Land vor dem Sog bewahren, in den alle Euro-Länder geraten sind. Bayern wäre, anders als das von der Bevölkerungszahl her vergleichbare Griechenland, durchaus existenzfähig. Finnland geht diesen Weg bereits. Woher sollte das Vertrauen der bayrischen Bevölkerung in eine EU kommen, die der Knecht der Banken und der Feudalherr der Bürger ist. Die Bayern-Partei braucht 20 000 Stimmen, um endlich das Volksbegehren einzuleiten, das uns vorenthalten wurde.

Erika Galleithner Huglfing


„Skandal-Serie um Banken reißt nicht ab“; Wirtschaft 19. Juli, „,Großbanken müssen zerschlagen werden‘“; Titelseite 18. Juli

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