Rettet unser Bargeld

Debatte ums Bargeld

Dies war eines der Themen auf unserem Demonstrationsmarsch nach Berlin. Gleichgesinnte aus ganz Deutschland, in der Mehrzahl akademisch gebildet, sind dem Aufruf von Prof. Max Otte gefolgt und haben sich schon zum zweiten mal nach 2016 auf den Weg gemacht. In neun Tagesetappen wurde gewandert, diskutiert und abends untereinander und sich mit Referenten verschiedener Fachrichtungen ausgetauscht. Als ehemaliger Vorstand einer Genossenschaftsbank war und ist es mir ein großes Anliegen auf die schleichende und geheime Abschaffung des Bargeldes hinzuweisen. Der Euro in Scheinen ist die einzige Möglichkeit einen Wert/Kaufkraft unmittelbar zur Verfügung zu haben. Ich kann damit jederzeit frei über meine persönlichen Vermögenswerte verfügen (als Zahlungsmittel, als Geschenk, zur Aufbewahrung u.a.). Die Alternative Buchgeld ist nur ein „Berechtigungsschein/Bezugsschein“ um über Umwege an mein Eigentum zu gelangen. Kontoauszug, Bankkarte, Kreditkarte u.ä. sind nur Hilfsmittel. Diese Hilfsmittel können jederzeit und mit einem Handstreich beschränkt oder abgeschafft werden. Ob über staatliche Verfügungen oder durch kriminelle Handlungen, das Papier (Kontoauszug) oder der elektronische Wert (Kreditkarte u.a.) sind von einer Sekunde auf die andere manipulierbar. Ich bin abhängig von der Funktionsfähigkeit des Systems (Elektronik), von einer Bank, vom Gesetzgeber, von der Abwehr gegen kriminelle Hacker. Diese Probleme möchte ich als ehemaliger Banker deutlich unterstreichen. Ich habe keinerlei Möglichkeit mein Eigentum selbst zu schützen! Die uneingeschränkte Kontrollmöglichkeit meiner (Buch)Geldumsätze ist für mich persönlich zwar nebensächlich, aber sollte trotzdem erwähnt werden. Es ist unvermeidlich, dass Daten in falsche Hände kommen. Es reicht nicht, dass mit der Null-Zins-Politik der EZB eine riesige Umverteilung / Enteignung vorgenommen wird; man will offensichtlich auch an das Sparkapital selbst heran. Warum sonst sollten solche Abschaffungsgedanken kursieren? Mit fadenscheinigen Argumenten erklären Politiker zwar, dass damit ja nur die Kriminalität und Steuerhinterziehung erschwert wird. Was ist aber mit den 99% der sparsamen und steuerehrlichen Sparer? Denen wird schlichtweg ihr Zugriff auf persönliches Eigentum erschwert und im Zweifel ganz genommen. Würde Bargeld verschwinden, könnten Negativzinsen in beliebiger Höhe durchgesetzt werden. Soll private Vorsorge und Vermögensaufbau komplett abgeschafft werden? Ich möchte nicht – wie vor zwei Jahren griechische Bankkunden – vor dem GAA meiner GenoBank stehen und dieser meldet: € 60,- pro Tag sind genug! Bargeld ist gemäß § 14 Bundesbankgesetz das einzige gesetzliche Zahlungsmittel und ein wichtiges Rechtsgut. Wir sollten bei diesem Thema sehr hellhörig sein und aufpassen, welchem Politiker wir unser Vertrauen schenken! 

Heinz Engel Peißenberg

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