Beträchtliche Kosten

Die Kurskapriolen des Bitcoins; Geld & Markt 14. November

In dem Artikel steht, dass der Wert von Bitcoins im Wesentlichen auf Vertrauen basiert. Der Wert basiert aber auch wesentlich auf den Kosten dafür, Bitcoins durch „mining“ zu erzeugen. Die Kosten hierfür sind beträchtlich. Der Aufwand für das „mining“ wird in Hashes/s gemessen. Ein „Hash“ ist eine Berechnung einer recht komplizierten kryptografischen Funktion. Die aktuelle Hashrate der Bitcoin Community (siehe Referenz 1) ist 5,453,020 Terahashes pro Sekunde (ein Terahash sind 1 Billion Hashes), die Spitze Ende letzten Monats war fast 10 Millionen Terahashes pro Sekunde, das sind 10 Trillionen Hashes pro Sekunde oder etwa 300 Quadrillionen Hashes pro Jahr. Ein Mensch würde zur manuellen Berechnung eines Hashes sicherlich etliche Tage benötigen. Die Bitcoin Maschinerie rechnet also etwa 1 Billiarde mal schneller, als die gesamte Menschheit zusammen es könnte. Dieser enorme, und sich ständig steigernde Rechenaufwand ist es, was Bitcoin ziemlich sicher macht. Aktuelle Mining-Geräte wie ein Antminder S9 (siehe Referenz 2) kosten um die 3600 EUR und leisten 13.5 Terahashes/s bei einem Stromverbrauch von 1332 Watt, also etwa 100 Watt pro Terahash/s. 10 Millionen Terahashes pro Sekunde benötigen demnach 1 Gigawatt Strom, wobei ein guter Teil der Hashkapazitäten noch alte Hardware verwendet, die wesentlich mehr Strom benötigt. Der Stromverbrauch ist in etwa gleich geblieben, seit Bitcoin bekannt ist. Die Hashrate erhöht sich zwar ständig, was aber zu einem guten Teil auf Verbesserung der Hardware zurückzuführen ist. Bei 10 Cent pro kWh kostet 1 GW knapp eine Milliarde EUR pro Jahr. Bitcoin hat bisher also etliche Milliarden an Strom gekostet! Auch die Hardware Kosten sind zusammen genommen mehrere Milliarden Euro, zumal die Hardware regelmäßig ersetzt werden muss, da der Stromverbrauch alter Hardware mehr kostet, als sie Gewinn abwirft. Insofern ist es auch nicht richtig, dass man keine Infrastruktur wie Banken benötigt. Man benötigt etwa 1 Million moderne Hashgeräte und einen großen Kraftwerksblock, um Bitcoin am Leben zu halten. Der Unterschied ist, dass die Infrastruktur dezentral ist. Auch interessant ist die Frage, ob es in Hinblick auf Klimafragen sinnvoll ist, mehrere Kraftwerksblöcke (es gibt ja nicht nur Bitcoin) mit der Berechnung von Kryptowährungen auszulasten. Der CO2-Footprint von Bitcoin dürfte sehr groß sein. 

Michael Sögtrop Poing

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