Sauber recherchiert

Martin Prem: Die Luft an Deutschlands Straßen ist nach US-Maßstäben gesund; Wirtschaft 2. August, Placebo mit Nebenwirkung; Kommentar, Wie Stickoxide zum Sündenbock wurden; Im Blickpunkt 31. Juli

Das Stickstoff-Gefährdungsmärchen und das makabre Greenpeace-Theater: In dankenswerter Art und Weise haben Sie und insbesondere Sie Herr Martin Prem endlich darüber recherchiert, was wirklich so belastend an den Stickoxiden ist. Ich hatte mich schon lange Zeit gewundert, was machen bloß die Politiker, sie zerstören eine Schlüsselindustrie und keiner belegt, dass die Kriterien 40 µg/m3 NO2 wirklich das Übel und vor allem die belegbare Ursache sind. Ein Arzt hatte bereits darauf hingewiesen, dass kein Mensch an NO2 stirbt oder krank wird bei diesen Mengen und auch darüber. Offensichtlich haben die Herrschaften aller Parteien keine Ahnung bzgl. dieser Werte oder wollen gar keine haben. Sie brauchen nur einen Prügelknaben für ihre Versäumnisse. Nun ein erstaunlicher Vergleich: Bei 2000 µg NOx/m³ wiesen Ratten keinerlei Schäden auf, erst bei 8000 µg NOx/m³ Luft traten Reizungen auf, das heißt, für Menschen besteht diesbezüglich keine Gefährdung, die maximale Belastung liegt nur bei etwa 80 mgr/m³, aber Greenpeace hat am gleichen Abend 19 807 Tote infolge NO2 gezählt und dies reißerisch an die Gebäudewand in Berlin projiziert. Können Sie verstehen, dass ich mich von solchem Greenpeace-Theater abgestoßen fühle? Finanzieren wir Bürger diesen Laden mit Steuerzuschüssen? 

Claus Schick Riemerling

Danke für den Artikel „Die Luft an Deutschlands Straßen ist nach US-Maßstäben gesund“. Dem Merkur gebührt Lob für die sachliche und unaufgeregte Berichterstattung in diesem heiß diskutierten Themenbereich. Leider sind die meisten Beiträge von politischer Seite einseitig und verwirrend, oft zeugen sie von wenig technischen Kenntnissen. Die meisten Informationen, die man für ein rationales Urteil benötigt, findet man im Internet ohne größere Probleme. Bei der ganzen Diskussion fehlen dem Normalbürger Vergleichsgrößen, um die Bedeutung der Grenzwerte zu verstehen. Der Merkurbeitrag vom Wochenende hat in sehr schöner Weise aufgedeckt wie willkürlich die Grenzwertsetzungen sein können. Im Rauch einer Zigarette wird der Grenzwert für Stickoxid überschritten. 

Peter Schröder Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Für Ihren Artikel zum Thema Dieselautos möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken! Hier hat sich mal jemand die Mühe gemacht, ein Streitthema sauber zu recherchieren und aufzubereiten. So stelle ich mir jedenfalls Qualitätsjournalismus vor. Hier sollte zwischen Politik, Forschung, Fachmedizinern(!) und der Schlüsselindustrie Deutschlands eine sachliche Diskussion stattfinden, welche Grenzwerte denn wirklich sinnvoll und zielführend. Ich bin darüber verärgert, dass ausgerechnet diese Berufspolitiker, die bei jeder Gelegenheit lautstark den Populismus anderer beklagen, genau solchen auf Steuerzahlerkosten betreiben. Ein weiterer Hintergrund für Diesel-Gate mag auch sein, dass es in den USA kaum (dort gebaute) Diesel-Pkw gibt. So sind die extrem niedrigen, wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren NOx-Grenzwerte sehr wahrscheinlich auch das Ergebnis protektionistischer Maßnahmen von amerikanischer Politik und dortiger Automobil-Lobby. Bevor Elektroautos und andere emissionsneutrale Fahrzeuge den Transportbedarf auf unseren Straßen auch nur ansatzweise abdecken können, gehört der (moderne) Diesel-Pkw mit seiner deutlich höheren Effektivität und geringeren CO2-Belastung je Kilometer immer noch zu den saubersten und umweltverträglichsten Antrieben, die es jemals für den individuellen Massenverkehr gab. Das muss und wird nicht so bleiben. Bis dahin aber brauchen wir nicht nur die deutschen Autobauer, sondern können auch in Zukunft auf ihre Innovationskraft vertrauen, sofern sie nicht durch populistische Kräfte geschwächt oder gar zerstört werden. 

Bernd Ilchmann Kirchheim bei München

Diesel – das wird wohl ein Dauerthema! Kann mir vielleicht jemand erklären, ob es nicht mit einer chemischen Beimischung gelingen kann, die Motoren – gleich welcher Generation – sauberer zu machen. Früher gab es bei Schwierigkeiten mit Benziner eine Bleimischung. 

August Wehrmann Ismaning

Sag mir, wer die Studie bezahlt und ich sage dir, welches Ergebnis sie haben wird. Objektive Messergebnisse können subjektiv ausgewertet werden; Umfragen sind allein schon durch die Formulierung der Fragen zu 100 % manipuliert. Leider wird inzwischen der Aussage jeder Expertise vorbehaltlos vertraut, ohne zu prüfen, ob ihre Grundlage auf ergebnisoffener wissenschaftlicher Arbeit, ideologischem Fanatismus oder finanziellen Interessen beruht. Gefährlich wird dies dadurch, dass sich unsere entscheidungsbefugten Politiker von der Angst, eine oder zwei Wählerstimmen zu verlieren, und von dem Genöle der Berufskritiker der jeweiligen gegnerischen Parteien vor sich her treiben lassen und so vorschnell nicht durchdachte, suboptimale Entscheidungen treffen, die das erwartete Ergebnis bei weitem verfehlen, aber den Normalbürger deutlich zusätzlich belasten (bestes Beispiel: Energiewende). Auch im gegenwärtigen Dieselskandal sollten vorab einige Fragen geklärt werden: Auf welchen Grundlagen beruht der so hochgejubelte Grenzwert für Stickoxide im Straßenverkehr wirklich? Wie gefährlich sind die Stickoxide (ohne zusätzliche Gifte) tatsächlich? Warum wird nur auf den besonders in Europa verbreiteten Diesel-Pkw eingeschlagen, obwohl auch die Benziner prüfstandoptimiert sind und deutlich mehr (wenn auch andere) Schadstoffe ausstoßen als vergleichbare Diesel. Warum werden nur deutsche Automobilhersteller ins Visier genommen und ausländische Produzenten sind per se unverdächtig? Wer profitiert davon, den Ruf der deutschen Automobilindustrie und der deutschen Industrie allgemein nachhaltig zu schädigen? Noch einmal: Cui bono? Lieber Engel Aloisius, bleibe nicht im Hofbräuhaus sitzen, sondern finde den Weg sogar bis nach Berlin. 

Klauspeter Wacker Bad Tölz

Solange die MAK (Mittlere Arbeitsplatz-Konzentration) in unseren Büros bis zu einem Grenzwert von 950 Mikrogramm Stickoxide als unbedenklich definiert wird, erübrigt sich eine sachliche Diskussion über Fahrverbote. Wir reden hier über Konzentrationen von bis über 80 Mikrogramm Stickstoffdioxide. Dabei ist noch nicht einmal untersucht worden ob die Stickoxide der Dieselmotoren, der Feinstaub der Benzinmotoren oder andere Feinstaub Verursacher (Reifen-, Brems-, Straßenbelag Abrieb) bei diesen Messungen die Verantwortung tragen. Im Übrigen definiert die als sehr streng anerkannte US-Umweltbehörde EPA einen unteren Wert von 103 Mikrogramm Stickstoffdioxid als unbedenklich. Die US-Behörden haben Volkswagen wegen der Nutzung einer Abgaseinrichtung zu einer hohen Strafe verurteilt. Von Interesse sollte sein, dass amerikanische Nutzfahrzeugmotorenhersteller ebenfalls eine solche Einrichtung eingebaut hatten. Das Ergebnis waren Stickoxidmehremissionen von 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr, davon kamen auf Volkswagen 8000 Tonnen pro Jahr. Ein Schelm, wer glaubt, dass die USA die einheimische Automobilindustrie gegen eine lästige Konkurrenz verteidigt. Im Zusammenhang mit der Diskussion über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, wegen eines zu hohen NOx-Ausstoßes (Stickoxide) der Dieseltechnologie in Deutschland, wird ohne Sinn und Verstand dieser die Schuld für gesundheitliche Bedenken in die Schuhe geschoben. Vor allem von denen die sachlich und fachlich bei dem Thema als unbedenklich zu bezeichnen sind, allen voran die Deutsche Umwelthilfe, die Linken, die SPD und nicht zu vernachlässigen, die Grünen. Ja, die deutsche Automobilindustrie hat mit ihrem Schummeln dazu beigetragen das die Diskussion mit losgetreten wurde. Aber, man wird das Gefühl nicht los dass die deutsche Automobilindustrie und die Wirtschaft damit generell an den Pranger gestellt werden soll, warum? 

Jörg Sczesny Maisach

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