Dieselfahrer betrogen und verschaukelt

Martin Prem: Diesel-Privileg: Wie die Abschaffung wirkt; Wirtschaft 12. September, Zukunftssichere Autos von Erdgas bis Elektro; Wirtschaft 8. September

Die Leidensfähigkeit des deutschen Diesel-Michel scheint schier unendlich zu sein. Von den Autobauern betrogen und industriehörigen Politikern verschaukelt, üben sich die Dieselfahrer in geradezu masochistischer Demut, anstatt den Verantwortlichen in Industrie und Politik die Rote Karte zu zeigen. Zum Beispiel durch minutenlange, deutschlandweite Hup-Konzerte an vereinbarten Tagen und Uhrzeiten, die in allen Medien einen lawinenartigen Widerhall auslösen würden. Autobosse und insbesondere Politiker reagieren doch nur auf deutlich spürbares mediales Feuer unter ihrem Allerwertesten. Also mehr Mut zu einer kleinen „Revolution“, liebe Dieselfahrer. Einen wirksameren Zeitpunkt als jetzt, nur wenige Tage vor der Bundestagswahl, gibt es nicht! Übrigens: In der Dieselfahrer-Gemeinde kursieren schon lange bissige Vorschläge zur Anpassung der Automarken-Slogans an die Diesel-Realität: Audi: „Vorsprung durch Manipulation“, BMW: „Freude am Manipulieren“, Mercedes: „Manipulieren oder nichts“ und VW: „Volkswagen. Die Manipulation“. Da käme auch der diskutierte „Kartell“-Gemeinschaftssinn der Branche besser zum Ausdruck!

 Edgar Kubetschka Erding

Herr Resch des Vereins „Deutsche Umwelthilfe“ kämpft mit unlauteren Argumenten gegen den Dieselmotor. Dabei muss ihm bekannt sein, dass viele moderne Dieselmotoren nach Euro 6-Norm die Grenzwerte einhalten, was zumindest die BMW-Technologie in allen Tests bewiesen hat. Natürlich sind Verbrennungsmotoren mit Emissionen behaftet, was im Fahrbetrieb beim Vergleich mit der 0-Emission der E-Mobile, welche in hoch mit Schadstoffen belasteten Ballungsgebieten zur Umweltentlastung beiträgt, einen Nachteil darstellt. Die andererseits wird die sehr geringe Reichweite der E-Mobile beim Betrieb im Hinterland von den dortigen Bewohnern nur als höchst unattraktiv empfunden, zumal über längere Sicht kein oder ein nicht ausreichend dichtes Netz von Schnellladestationen (Ladezeit ca. 40 min. statt 2 Stunden) vorhanden ist. Hier die technischen Fakten zu beiden Antrieben. Moderner Dieselmotor: Praktisch keine Emission von Feinstaub (toxische Wirkung nachgewiesen) dank Feinstaubfilter, NO2-Grenzwert eingehalten. Vergleich zum Ottomotor: Weniger CO2-Emission und niedrigerer Kraftstoffverbrauch dank höherem thermodynamischem Wirkungsgrad (höherer Verbrennungsdruck) sowie um ca. 25 % niedrigerer Herstellungs-Energieverbrauch für 1 Liter Diesel gegenüber Benzin, geringere Umweltbelastung durch niedrigen Stromverbrauch gegenüber dem E-Mobil. E-Mobil: Höherer Primärenergieverbrauch als beim Dieselauto durch hohen Stromverbrauch zur Batterieherstellung. Der Strom in Deutschland wird zu 23% in Braunkohlekraftwerken erzeugt. Die Umweltbelastung des Dieselautos liegt deshalb für Produktion und Betrieb unter der des Elektroautos. Aufgrund dieser Fakten wird der Dieselmotor noch für Jahrzehnte der bestgeeignete Antrieb bleiben. Die politisch motivierten Desinformationskampanien gegen den Dieselantrieb müssen endlich beendet werden, damit für unsere Automobilindustrie und deren Mitarbeiter kein weiterer Schaden verursacht wird. 

Dipl.-Ing. Heinz Mühlberger Eching

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