Digitalradio: besser informieren!

Digitalradio: besser informieren!

Digitalradio:Das müssen Sie wissen; Geld& Markt 28. Dezember

Es ist schon erstaunlich, dass der Bericht die schwierige Markteinführung und mangelnde Akzeptanz versucht zu erklären. Tatsache ist, dass die Einführung des DAB-Funks einfach nicht richtig durchgeführt wurde. Von alleine geht so ein einschneidender Wechsel zu einem neuen Medium nicht vonstatten – da muss über die Medien eine Kampagne gestartet werden, damit der Mann auf der Straße, oder besser im Auto schon frühzeitig mit Informationen versorgt wird und gleichzeitig muss die Hardware-Umsetzung realisiert werden. Was nutzt es dem Autofahrer, für den wurde das DAB-System ja ursprünglich konzipiert, wenn es lange Zeit keine Geräte gab? Die Autohersteller ignorierten das System bis teilweise heute.

Als technisch interessierter Funktechniker ist es mir nicht entgangen, dass Mitte der Neunzigerjahre der DAB-Funk vorbereitet wurde. So mussten wir in unserer Firma einen Intercom-Funkdienst mit kleinster Leistung (10mW) auf dem damaligen TV-Kanal VHF10 mit der Begründung, dass der DAB-Funk gestört würde, stilllegen! Die UKW-Hörer, die bis heute diese Sender auf UKW hören, wussten bis vor kurzem oder bis dato nicht, was es mit DAB, bzw. DAB+ auf sich hatte – es fehlte einfach die Information. So ein System führt sich nicht alleine ein – da muss man schon etwas dafür tun, was 20 Jahre lang versäumt wurde.

Das nächste Problem war und ist die zögerliche Umsetzung in den Geräten, die einfach lange Zeit nicht verfügbar waren und bis heute krankt es daran, dass die Geräte nicht an das System bedienungstechnisch angepasst sind, was teilweise auch für den UKW-Bereich zutrifft. Es gab Zeiten, da war die Abstimmung mit Programmtasten für Heimempfänger üblich. Heute hat der Geräteentwickler sehr viele Möglichkeiten, ergonomische Bedienkonzepte zu verwirklichen. Die Geräte haben bis heute nur teilweise DAB+ vorbereitet. Dieser neue Rundfunkbereich muss unbedingt an die spezifischen Belange angepasst werden – sonst wird er nicht angenommen. Wo der Nutzer keinen Unterschied erkennen kann, ob er seinen Lieblingssender auf UKW oder DAB+ empfängt, wird man DAB nur durch Abschaltung von UKW den Hörern schmackhaft machen können.

Günter Frank
Gilching

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