Elektro- oder Wasserstoffbetrieb statt Verbrennungsmotor?

Martin Prem: Eine Herkulesaufgabe; Kommentar 19. Januar

Legt man den derzeitigen Strommix zugrunde erzeugen laut Greenpeace Elektroautos einen deutlich höheren CO2-Ausstoß pro gefahrenen Kilometer als vergleichbaren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dabei ist noch nicht einmal einberechnet, dass dieser Strommix immer noch an die 20 % unerwünschten Atomstrom beinhaltet. Und es wäre eine Milchmädchenrechnung, neuen Verbrauchern wie der Elektromobilität den Strom aus erneuerbarer Energie zuzurechnen, bevor nicht die traditionellen Stromabnehmer komplett mit dieser Energie versorgt sind. Überschüssigen grünen Strom könnte man zur Herstellung von Wasserstoff verwenden, um mit diesem dann Kraftwerke zu betreiben. So könnte man, ohne ein aufwendiges Tankstellennetz für Wasserstoff aufzubauen, Strom nach Bedarf erzeugen. In Wirklichkeit geht es wohl nicht um den Schutz der Umwelt sondern darum, den Kunden der Autoindustrie ein gutes Gewissen zu bieten, wenn sie mit einem 400 PS-starken Elektroauto mit 230 km/h über die Autobahn brettern. 

Bernhard Irlinger Raisting

Wasserstoff ist bestenfalls über eine Verwertung mittels Brennstoffzellen gegenüber den Flüssigkraftstoffen konkurrenzfähig, und selbst diese bieten derzeit noch recht mäßige Wirkungsgrade. - Wasserstoff ist ein sehr „störrischer“ Energieträger, er läßt sich nur sehr schlecht lagern, braucht zur Vorbereitung und Nutzung zusätzliche Energie und ist in weiten Grenzen bei Austritt aus Behältern und Leitungen brennbar, wobei es auch noch völlig unsichtbar brennt. - Wasserstoff wird derzeit hauptsächlich aus Erdgas gewonnen, bietet also in keiner Weise irgendwelche Vorteile bezüglich Umweltverträglichkeit. Wasserstoffproduzierende Elektrolyseanlagen werden derzeit praktisch nicht durch „regenerative“ Energiequellen versorgt, sondern verbrauchen herkömmliche Flüssigkraftstoffe, von denen sie aufgrund des Wirkungsgrads bei Stromerzeugung und Elektrolyse nur einen kleinen Bruchteil (< 20 %) energetisch nutzbar machen können. Das heißt, jede kWh Energie in heute verkauftem Wasserstoff entspricht einem mehrfachen dessen, was mit der Energie des verbrauchten Kraftstoffs zur Verfügung gestellt werden könnte. 

Sieghard Schicktanz Eurasburg

Allen Meilensteinen der Industrialisierung ist eines gemein. Der Erfinder hat bestimmt, was mit seiner Erfindung geschieht. Auswirkungen auf Landschaft oder Umwelt oder gar den Menschen und Tieren wurden nicht erfasst oder berechnet. Die Politik war immer nur Nutznießer. Leider haben wir in Davos keinen politischen Entscheider. Nun stehen wir mitten in den Auswirkungen und suchen nach neuen Lösungen. Der Erwärmung sei Dank. Frei nach Kennedy würde ich sagen: Erdöl wird nicht mehr verbrannt. Dann strengt euch mal an. Wasserstoff-Methan-Gas wird getankt und damit könnt ihr fahren. Bei den täglichen Meldungen über schwere Unfälle sollte man eines nicht aus den Augen verlieren. Wer bestimmt eigentlich die Programmvorgaben für autonomes Fahren? Wenn 30 km/h erlaubt ist, regelt dann das Auto auch nur bis 30 km/h. Wenn ein Auto 80 fahren dürfte, der Vordermann aber nur 60 fährt. Wer bestimmt dann den Überholvorgang, wer entscheidet dann bei einem entgegenkommenden Fahrzeug das Ausweichen. Das stärkere, oder die bessere Software über die Cloud? Aus Freude am Leben würde ich sagen: Selber fahren und entscheiden. 

Werner Gugetzer München

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