Jonglieren mit großen Zahlen

Til Huber: Milliarden-Kompromiss für die Bioenergie; Wirtschaft 3. Juni

Ob der Kompromiss für die Bioenergie für die Branche positiv ausgehen wird ist sicher noch vollkommen offen, da er von vielen Faktoren abhängen wird, die das Bundeswirtschaftsministerium in einer Verordnungsermächtigung zu den Ausschreibungsregeln festlegen wird. Aber ohne ein EEG werden wir die Energiewende und die Ziele zum Klimaschutz sicher nicht schaffen. Auch werden wir alle als Verbraucher die Kosten der Energiewende bezahlen müssen. Aber die Verbraucher werden auch die Kosten der Klimaänderung bezahlen, und diese Kosten werden bedeutend höher sein. Dafür gibt es zwischenzeitlich genügend Studien und Gutachten. Erst in den letzten Wochen mussten viele schmerzlich erfahren, was vermehrte Starkregenfälle für Folgen haben, und dies ist sicher nur eine Folge eines sich abzeichnenden Klimawandels. Bedauerlich ist auch, dass die Zahlen über die Mehrkosten des Kompromisses in dem Artikel, die im letzten Absatz als Mehrkosten für die Verbraucher beziffert sind gewaltig falsch sind, auch, wenn sie wohl von der Bundesregierung genannt wurden. So kann man sehr schnell ausrechnen, dass sich die 250 Millionen Euro nicht auf ein Jahr beziehen, sondern sich wohl nur auf den 10 Jahreszeitraum des Kompromisses beziehen. Was nach den zehn Jahren kommt ist völlig offen. Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass man beim Jonglieren mit großen Zahlen vorsichtig sein muss.

 Edmund Langer Gauting

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