Nullzinspolitik als Allerheilmittel

Sebastian Hölzle: Notenbanker beschwichtigt Kritiker aus Bayern; Wirtschaft 27. Januar

Schon Mario Draghis Vorgänger, der Franzose Claude Trichet,  meinte, dass er mit seiner Leitzinspolitik eine Preisstabilität erreichte, die Deutschland mit seiner DM-Währung in 50 Jahren nicht zustande brachte. Schon damals hätte er gut daran getan, eine Umfrage bei den Verbrauchern einzuholen, wie diese die Preisentwicklung seit Einführung des EURO beurteilten! Und wieder ist es ein Franzose, der Notenbanker François Villeroy de Galhau, der sich mit der Geldpolitik von EZB-Chef Draghi eng verbindet und den Kurs der Nullzinspolitik als Allerheilmittel für die Konjunkturbelebung in der Europäischen Union sieht. Den Kritikern aus Bayern unterstellt er, sie mögen die Geldpolitik: für das Ergebnis einer südeuropäischen Marotte halten, doch das würde auf keinen Fall zutreffen. Doch das Veto der Kritiker ist durchaus ernst zu nehmen. Sie befürchten es bestehe die Gefahr, dass die Verschuldung in den Euro-Staaten durch die niedrigen Zinsen weiter steigen. Und die jetzt schon zu kämpfen haben, ihren Staatsbankrott auszugleichen hoffen auf den Tag indem die Völkergemeinde den Schuldenberg abträgt um sie in der Europäischen Union zu halten. Und wenn sich Villeroy de Galhau den Spiegel seines Landes vorhält und den desolaten Haushalt und die hohe Arbeitslosenzahl der Jugendlichen anschaut, wird er feststellen, dass die Geldpolitik von Draghi keineswegs gefruchtet hat sondern dass ganz andere Faktoren ausschlaggebend sind. Es hat sich immer noch ausgezahlt, darauf zu achten, dass sich Geldmenge und Wirtschaftswachstum stets die Balance halten soll. Doch mit seinen Ansichten die Kritiker aus Bayern in die Schranken zu weisen war ein Fallrückzieher der weit über das Tor ging! 

Eugen Simbeck Wolfratshausen

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