Sirenengesang

Dirk Walter: Zum Festakt bleibt der Protest draußen; Bayern 18. Mai

Herr Söder nutzt die Feiern, um die Dringlichkeit der 3. Startbahn zu beweisen. Nichts ist so wichtig wie diese, nicht einmal die Gesundheit der Menschen. Bisher völlig ausgeblendet, gibt es aber schon immer auch den gesundheitsschädlichen Ultrafeinstaub, den Flugzeuge in ungeheuren Mengen ausstoßen, und nachweislich ist der Flugverkehr am Flughafen der größte Emittent für das Umland. Die FMG verleugnet den Ultrafeinstaub, versteckt sich hinter dem Gerichtsurteil, das ihn gar nicht berücksichtigt hat und behauptet auch noch, die Luft sei rein. Warum also Gegenmaßnahmen? Das ist Aufgabe der Politik. Anstatt Rücksicht auf die Menschen zu nehmen, hört Herr Söder den Sirenengesang des Herrn Kerkloh und will mit der 3. Startbahn die Zahl der Flüge und so auch den Ausstoß an Schadstoffen um die Hälfte der jetzigen Belastung steigern. Das alles in nächster Nähe zu einer Stadt mit 50 000 Einwohnern plus umliegender Gemeinden. (Zur Erinnerung: Riem wurde aufgegeben, weil zu nahe an Münchens Vororten). Aber scheinbar können die Anwohner keine Rücksicht von ihrem Volksvertreter erwarten: Denn München II muss mithalten können mit Dubai oder Istanbul, wo ein Menschenleben nicht viel zählt, wohl aber die Zahl 150 Mio. Passagiere und beliebig viele Flugbewegungen! Hier in Oberbayern benutzen und „brauchen“ den Flughafen München gerade mal 27 Mio. Originärpassagiere. Der sogenannte Heimatminister hat bis jetzt noch nicht bedacht, dass man Wüstengegenden nicht mit dem Speckgürtel Münchens vergleichen kann. Hierher passt kein überdimensioniertes Drehkreuz. 

Oswald Rottmann Freising

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