Pflügen und Grubbern

Hängepartie um Glyphosat- Zulassung geht weiter; Wirtschaft 7. Juni

Obwohl Glyphosat die Artenvielfalt nachweislich auf dem Acker dezimiert, sieht Agrarminister Schmidt - in großer Einigkeit mit den Glyphosatherstellern - keinerlei Probleme für Mensch, Tier und Umwelt. Hingegen sprechen sich laut einer Umfrage 70 Prozent der Deutschen dafür aus, Glyphosat zu verbieten, denn ihrer Meinung nach steht nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern auch für unsere Umwelt und die Artenvielfalt viel auf dem Spiel. Denn Glyphosat ist ein Totalherbizid. Es tötet alle Pflanzen und zählt so zu den Hauptverantwortlichen dafür, dass immer mehr Arten aus unserer Agrarlandschaft verschwinden. Wo es gespritzt wird, wächst kein Kraut mehr. Und wo kein Kraut mehr wächst, finden Insekten wie Wildbienen oder Vögel wie Feldlerche und Schwalbe, aber auch der Igel keine Nahrung mehr. Sie sterben aus. Die Kernfrage lautet deshalb, ob wir weiter einen Ackerbau mit immer mehr Pestiziden und dafür ein großflächiges Artensterben billigend in Kauf nehmen wollen und ein Agrarsystem gutheißen, dass zwar den Pestizidherstellern glänzende Gewinne einträgt, der Allgemeinheit aber hohe Umweltkosten aufbürdet. Die Antwort muss Nein lauten. Zumal es Alternativen gibt wie Pflügen und Grubbern, was weitgehend kostenneutral ist. Die Erde steht vor dem größten Massenaussterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Hauptursächlich dafür verantwortlich sind die direkten und indirekten negativen Auswirkungen der Landwirtschaft. An ihr wird es deshalb hauptsächlich liegen, wie viel Lebensvielfalt für künftige Generationen erhalten bleibt.

 Verena Wendt Weilheim

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