Finanzielles Kartenhaus

Geldgeber zur Kontrolle in Athen; Wirtschaft 1. März

Es ist Griechenland doch schlicht unmöglich, ab 2019 mittels zusätzlicher Sparmaßnahmen, einen „Primärüberschuss“ im Staatshaushalt zu erreichen und damit, wie Sie schreiben, „aus eigener Kraft zumindest die Zinsen auf seine Schulden zahlen zu können“. Der Staatshaushalt war auch 2016 stark defizitär und dürfte es weiter bleiben. Das Gleiche gilt für die im Juli fälligen Zahlungen an die EZB und andere Gläubiger in Höhe von 7 Milliarden Euro. Hierfür wird Athen Mittel aus dem dritten Rettungsfonds der EU benötigen und auch erhalten, egal ob das Land nun weitere Sparauflagen erfüllt hat oder nicht. Athen weiß, dass die EU nach dem Brexit politisch keinen Grexit verkraften kann. Damit zu drohen, wie kürzlich durch Finanzminister Schäuble geschehen, ist unglaubwürdig. Ein Schuldenschnitt, wie vom IWF längere Zeit gefordert, würde Griechenland nichts bringen aber die Haushalte der EU Gläubigerländer unmittelbar belasten. Schon für Deutschland wäre der Eintritt einer solchen finanziellen Realität, noch dazu in einem Wahljahr, politisch undenkbar. Bleibt also den EU-Gläubigerländern nur, weiter zu wursteln wie bisher und Griechenland, mit immer größeren Rettungspakten, liquide zu halten. Wenn es dann aber eines unschönen Tages zu einem Zusammenbruch dieses finanziellen Kartenhauses kommen sollte, wird das für alle Beteiligten sehr teuer sein. Leider dürfte sich dann auch herausstellen, dass Griechenland trotz der Milliardenhilfen, nicht saniert worden ist.

 Peter Hütz Krailling

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