Das ist nicht hinzunehmen

„Verdreckte Wohnung rechtfertigt noch keine Kündigung“; Geld & Markt 12. Januar

Dieses Urteil schützt Messies, Mietnomaden und Saubären, die ihre Mietwohnung verdrecken lassen, und fördert sicher nicht die Bereitschaft zu vermieten bzw. in Mietwohnungen zu investieren. Wie muss die „erhebliche Störung des Hausfriedens“ aussehen, die das Berliner Gericht gelten ließe? Wann sieht das Gericht die Mietsache als gefährdet an? Kakerlaken findet das Gericht quasi normal. Dass die Viecher Millionen von Eiern legen, die dann zu einer Verbreitung im ganzen Haus führen kann, dass Kakerlaken Salmonellen übertragen und damit eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefährdung darstellen, das soll von anderen Hausbewohnern und dem Vermieter hinzunehmen zu sein? Auch bei regelmäßiger Reinigung bestehe Gefahr des Kakerlakenbefalls. Dass Kakerlaken nicht aus dem Nichts kommen, sondern eingeschleppt werden und Sauberkeit und im Bedarfsfall schnellstmögliche fachgerechte Bekämpfung erforderlich ist, sollte bekannt sein. Ein Verdrecken der Wohnung gefährdet somit die Mietsache sehr wohl und zwar auch die Dritter. Eine Kündigung rechtfertigt dies aber nach dem Urteil nicht. Ist das Gericht solche Zustände gewohnt, dass es den Ekel nicht versteht und so viel Verständnis für die Beklagte zeigt? Und wenn solche Schmutzfinken dann irgendwann ausziehen, bleibt dem Vermieter die Entsorgung und Sanierung der Wohnung! Wer will bei solchen Urteilen noch vermieten?

Wolfgang Fischbacher München

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