Politiker als amtliche Verharmloser

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"Man kann es schon nicht mehr hören: Nach derzeitigem Wissensstand gibt es zwar unterhalb der Grenzwerte keine gesundheitlichen Auswirkungen ­ sie können aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden. Deshalb sollte die eigene Strahlenbelastung reduziert werden, wo dies möglich ist. So das BfS (Bundesamt für Strahlenschutz). In einem Interview sagte der Radiologe Professor Dr. Eckel von der Bundesärztekammer im Dezember 2006: Elektromagnetische, gepulste Wellen von Sendemasten und Handys beeinflussen und deformieren den Zellkern. Vergleichbar mit denen von Röntgenstrahlen. Solange die Unschädlichkeit von Mobilfunksendern nicht bewiesen sei, müsse alles getan werden, um die Bevölkerung vor potentiellen Gesundheitsschäden zu schützen. Andernorts wird dies getan: Paris: Pariser Bibliotheken schalten WLAN-Netze nach gesundheitlichen Beschwerden ab. Taiwan: 1500 Mobilfunkantennen wurden bis Ende 2007 abgebaut. Wohngebiete und Schulen dürfen nicht den Strahlenrisiken ausgesetzt werden. Israel: Die Knesset verbietet den Bau von Mobilfunkanlagen auf Wohngebäuden. Und bei uns? Unsere Politiker haben mit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen unsere Gesundheit verkauft und verhalten sich wie Marionetten der Industrie. Sie werden von unseren Steuergeldern bezahlt und treten den Bürgerinnen und Bürgern nur noch als amtliche Verharmloser gegenüber. Laut BfS gibt es derzeit bis 6% Elektrosensible, das sind immerhin 5 Millionen Bundesbürger, doch die Dunkelziffer ist wesentlich höher, die Schäden an Mensch und Solidargemeinschaft wachsen ins Uferlose. Gefahr in Verzug! Und dennoch wird der Handlungsbedarf auf spätere Generationen vertagt, die die immer heißer werdende Suppe dann auslöffeln müssen, obwohl das Fass bereits jetzt vielerorts sichtbar überläuft. Sich effektiv vor Strahlung schützen heißt: Seinen gesunden Menschenverstand ein- und das Handy ausschalten, wenn es wirklich sein muss so kurz wie möglich telefonieren, kein Schnurlostelefon im Haus zu verwenden und Verzicht auf alle Schnurlosspielereien, die kabelgebunden sowieso besser funktionieren ­ auch der Schlaf wird davon profitieren."

Werner Funk

Oberammergau

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