Probleme der Energiesparlampe

„Leuchten im Zwielicht“; Wirtschaft 20. August, und „Gute alte Glühlampe“; Leserbriefe 21. August

„Der Testbericht von Herrn Wolfgang Herter sowie der Leserbrief von Herrn Alfred Eisenschink verdienen neben meiner vollen Anerkennung noch eine wichtige Ergänzung zu diesem Thema: Die Netzbelastung! Hierbei soll nur kurz und allgemein verständlich aufgezeigt werden, dass wir von den Versorgern mit einer Wechselspannung von 230 V (effektiv) versorgt werden. Das bedeutet, dass die Wechselspannung fünfzig mal pro Sekunde (50 Hz Netzfrequenz) von 0 V erst auf einen positiven Scheitelwert von 325 V ansteigt und anschließend über 0 V auf den negativen Scheitelwert von -325 V abfällt und am Ende dieser Periode wieder bei 0 V landet. Der Verlauf der Spannung folgt einer Sinusfunktion. Der sogenannte mittlere Effektivwert ergibt die bekannten 230 V. Die gute alte Glühlampe nimmt linear zur momentanen Spannung ihren Strom auf, d. h. beispielsweise, dass in etwa der aufgenommene Strom bei 100 V halb so hoch ist als bei 200 V. Die Glühlampe zählt daher zur Gattung der linearen Verbraucher, ebenfalls wie eine elektrische Herdplatte. Nicht so bei Energiesparlampen! Sie nehmen erst innerhalb einer Halbwelle, positiv wie negativ (sie dauert jeweils 10 msec) für ca. 2 – 3 msec Strom auf, exakt im Scheitelbereich der Halbwellen. Die übrige Zeit der Periode fließt kein Strom. Einfach ausgedrückt wird die Energiesparlampe aufgrund ihres technischen Aufbaus 100 mal in der Sekunde an- ausgeschaltet! Damit lässt sich auch das ,gespenstische Flackern‘ wie es Irena Güttel im Labor von Herrn Herter erkannte, erklären. In der Fachwelt zählt daher die Energiesparlampe zur Gattung der nicht linearen Verbraucher, ebenso wie PCs, Fernseher und eine Vielzahl moderner elektronischer Geräte. Diese pulsartige Energie-Entnahme verursacht Störungen in der Netzspannung, in der Fachwelt mit ,Ober-schwingungen‘ bezeichnet, die zum Ausfall von PCs und hochkomplexen Rechnern führen kann und bereits geführt hat! Natürlich ist dies vorrangig ein Problem für die Energieversorger mit ihren Netzen und berührt uns Verbraucher nur sekundär dann wenn Netzstörungen oder gar -ausfälle die Folge sind. Wenn bald Millionen von Energiesparlampen im Einsatz sein werden, wird sich dieses Problem potenzieren, da alle zum gleichen Zeitpunkt ihre Energie aus der Spannungshalbwelle entnehmen. Eigentlich möchte man annehmen, wenngleich die Herren der EU auch nicht darüber Bescheid wissen können, sie doch Fachleute zur Beratung herangezogen haben sollten, bevor sie solch eine einschneidende (im doppelten Sinne, nämlich auch für die Netzspannung) Entscheidung treffen oder getroffen haben.“

 Wolfgang Hofmann München

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