Diskriminierend für Ältere

Manuela Dollinger: „Abzocke im Alter“; Kommentar, „Je älter, desto teurer“; Geld & Markt 22. Januar

Die Versicherungen versuchen ständig, irgendwelche Situationen auszunutzen, um ihre Erträge zu steigern. Dies geht doch schon bei den höheren Beiträgen der Fahranfänger an. Da wird ein sog. „Risikoaufschlag“ erhoben, weil statistisch die Gruppe mehr Unfälle baut als ältere Autofahrer. Das Argument zählt m. E. nicht, da auch niemand auf die Idee kommt, Jugendliche für einige Monate einzusperren, da etliche kriminell werden. Der gleiche Schwachsinn sind die Regionalklassen. Nur, weil in einer Stadt mehr Unfälle geschehen, soll jemand, der sein Auto dort zugelassen hat, mehr bezahlen? Fährt er in diesem „unfallträchtigen Gebiet“ unfallfrei, steht doch fest, dass er erheblich aufmerksamer fährt. Trotzdem bezahlt er mehr. Wo bleibt da dann ein Risikoabschlag? Und was ist mit den Fahrern, die aus billigeren Regionalklassen in die Stadt fahren und Unfälle bauen? Da ändert sich die Regionalklasse nicht. Bei den Autofahrern, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, Aufschläge grundlos - ohne Unfall - zu verlangen, ist unverschämt. Schließlich werden ja auch sie, wie alle Fahrer, in andere Schadensgruppen hochgestuft, wenn sie Unfälle bauen; dies gilt sowohl für die Fahranfänger als auch für die Älteren. Hier wäre nach meinem Dafürhalten die Politik gefordert, Gleichheit nach dem Grundgesetz zu erzwingen. Denn warum geschieht nichts mit korrupten Personen oder Steuerhinterziehern, die es ja auch in Vielzahl gibt?

Gunar Ehrhardt Starnberg

Dieses Ansinnen ist höchst diskriminierend für alte Senioren bereits ab 60 Jahren! Pauschal als Risiko einzustufen, obwohl den Versicherern individuelle Daten der einzelnen Kunden vorliegen! Das kann man nur als Abzocke bezeichnen! Wenn schon Abzocke, dann jeden Einzelfall nach Datenlage beurteilen ob eine Tariferhöhung überhaupt nötig und nicht diskriminierend ist!

Waltraud Solleder Nandlstadt

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