Es nagelt wie bei einem alten Diesel

Martin Prem: Klage ohne Kostenrisiko möglich; Wirtschaft 14. Februar

Letzte Woche habe ich meinen Golf 1,6 Diesel in einer VW Werkstatt in München, im Rahen des anstehenden Service, auf die neue Software umrüsten lassen. Ich dachte mir, es ist schnell gemacht und Komplikationen sind nicht zu erwarten. Gemäß ADAC hatten die Tests (neue Software und Stömungsgleichrichter incl. Schwingungsdämpfer) einigermaßen akzeptable Werte bezüglich NOx Reduzierung und Einfluß Dieselverbrauch (+ 0.5 bis + 3,6%) ergeben. Wie es aber so ist, wurde wieder nur ein Teil der gesamten infrage kommenden Einflüsse einer Verschlechterung nach der Umrüstung getestet (veröffentlicht?). Nach der Umrüstung meines Golf 1,6 stelle ich laute Motorgeräusche bei der Beschleunigung fest. Die Werkstatt sagte mir, als ich sie später bei einer Probefahrt damit konfrontierte: Das liegt an der neu aufgespielten Software, welche die Motorsteuerung (z. B. Einspritzung) verändert hat. Dadurch kann es zu diesen lauteren Motorgeräuschen, speziell bei der Beschleunigung, kommen. Kurz gesagt: Es nagelt wie bei einem alten Diesel. Bei Autos mit kleinerem Hubraum soll dieses Problem noch gravierender sein. Wenn man schon die Einflüsse einer Änderung im Motorbereich testet, sollte man sich nicht nur auf Spritverbrauch und NOx Reduzierung konzentrieren. In der Werkstatt bekannt und dem Kunden nicht mitgeteilte erhöhte neue Klopfgeräusche im Rahmen der Softwareumstellung, sollten beim ADAC Test doch auch festgestellt worden sein, oder wurde wieder einmal zum Wohle der Industrie und KBA gemauschelt? Die immer wieder propagierte „Kundenzufriedenheit oder Customer satisfaction“ sieht anders aus! 

Udo Gößler Feldkirchen

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