Leserbrief

Schlechte Chancen für Wasserstoff

Weichenstellung fürWasserstoff-Zukunft;Wirtschaft 12. Juni

An Wasserstoff wird seit Jahrzehnten ohne nennenswerte Erfolge oder Durchbrüche herumgeschraubt. Die Chancenschlechtheit ist naturgesetzlich bedingt: 1. Ein Liter flüssiger Wasserstoff als Energieträger, der hierzu auf minus 253 Grad Celsius gekühlt werden muss, hat bei Verbrennung den gleichen Energiegehalt wie ein Viertelliter Salatöl oder Benzin bei Raumtemperatur. Dies ist ein Schlaglicht auf das zu erwartende Handling.

2. Die erforderlichen Kühl- und Verdichtungsprozesse sind gewaltige Energiefresser. Eine Kilowattstunde Strom ergibt im Heizlüfter eine Kilowattstunde Wärme, im Kühlschrank jedoch nur rund eine Drittel Kilowattstunde Kälte, begleitet von rund zwei Drittel Kilowattstunden Wärme. Eine Kühlkette bis auf minus 253 Grad Celsius jagt jedem Techniker einen kalten Schauer über den Rücken.

3. Die Naturwissenschaften bemühen nur zu oft für ihre Entwicklungen die „Bionik“ (Verbindung von Biologie und Technik). In der gesamten belebten Natur gibt es keinen einzigen Organismus, der elementaren Wasserstoff als Energiespeicher nutzt. Alle Organismen nutzen Wasserstoff als Energiespeicher, jedoch nur in an Kohlenstoff gebundener Form als Zucker, Öl, Fett oder Zellulose.

4. Es gibt global zwar viel Wasser, aber keinesfalls viel elementaren Wasserstoff. Das energetische Verhältnis dieser beiden ist etwa so wie von Urin zu Uran. Es klingt ganz ähnlich, aber leider ...

5. Mithilfe von Wasser kann man sehr wohl gut Energie gewinnen. Dazu muss sich aber selbiges oben auf dem Berg befinden, durch ein Rohr nach unten laufen und dort eine Turbine antreiben.

Dr. Rupert Schäfer

St. Wolfgang

Auch interessant

Kommentare