Abgezockt

Wirtschaft zerpflückt Agenda-Pläne; Wirtschaft 22. Februar

Da wagt doch tatsächlich einer, ein wenig an den Gewinnen der Unternehmer zu rütteln. Schon malen Arbeitgeberverbände und arbeitgebernahe Wirtschaftsinstitute den Teufel an die Wand. Wenn nicht in Zeiten sprudelnder Gewinne und Steuern, die im wesentlichen auf die Opfer der Beschäftigten (Agenda 2010) zurückzuführen sind, wann bitte sind dann diese schreienden Ungerechtigkeiten, die viele Arbeitslose in die Armut gestürzt haben, zu korrigieren? Die Unternehmensgewinne und Managereinkommen sind ins unermessliche gestiegen. Es wird deshalb Zeit, dass diejenigen, die das Geld verdienen, auch einen gerechteren Anteil vom Kuchen bekommen. Wenn man bei den Sozialleistungen mit Korrekturen beginnt, so ist das mehr als gerechtfertigt Warum regen sich diese Verbände und Institute nicht auf, wenn der Staat um Milliarden durch „cum ex“-Geschäfte und Steuersparmodelle gnadenlos abgezockt wird? Der Grund ist wohl, dass das eigene Klientel, dass diese Geschäfte betreibt, nicht beeinträchtigt werden soll. Es gäbe noch viele Beispiele (sogenannte Werkverträge, Leiharbeit usw.) wo man das für Reformen nötige Geld problemlos einnehmen könnte. Wenn der Staat seine wehrlosen Bürger weiter so auspresst und die Reichen schützt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn das Pendel in die andere Richtung ausschlägt. Das Wahlverhalten spricht jetzt schon Bände. 

Erwin Michael Kinateder Murnau

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