Seit 1977 wird hier das Holzkirchner Abwasser „gewaschen“: Die Kläranlage in Fellach kann 50 000 Einwohnergleichwerte verarbeiten. Foto: Plettenberg

Abwasser wird teurer

Holzkirchen - Auf die Holzkirchner Haus- und Wohnungsbesitzer kommt eine nicht allzu erfreuliche Neuerung zu: Zum 1. Juli steigen die Abwassergebühren von 1,25 Euro je Kubikmeter Abwasser auf dann 1,48 Euro. Das ist eine Erhöhung um 18,4 Prozent.

Der Gemeinde bleibe gar keine andere Wahl, sagt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke. „Wir müssen die Notbremse ziehen, sonst geht immer mehr Eigenkapital drauf.“ Dieses Eigenkapital betrifft nicht unmittelbar den Haushalt der Gemeinde, sondern das „Kommunalunternehmen Abwasser“ der Marktgemeinde. Die Gebühren konnten in den vergangenen Jahren die laufenden Kosten nicht mehr decken. Um die Bilanzen auszugleichen, musste Stammkapital zugebuttert werden, das sich aus staatlichen Zuschüssen für den Bau der Anlagen gespeist hatte. „Die Zuschüsse wurden an die Bürger weitergegeben“, sagt Götz. So blieben zwar die Gebühren niedrig, doch das Eigenkapital schrumpfte.

Auf Dauer, das war klar, konnte das nicht so weitergehen. „Denn irgendwann sind die Zuschüsse aufgebraucht“, sagt Götz. Zwischen den Jahren 2005 und 2009 summierten sich die operativen Jahresverluste auf 561 000 Euro, ausgeglichen jeweils vom Stammkapital.

Betroffen von der Erhöhung sind nicht nur Holzkirchner, sondern auch Otterfinger und Warngauer, die ihr Abwasser in die Holzkirchner Kläranlage nach Fellach leiten. Auch das Landkreis-Entsorgungsunternehmen Vivo in Warngau-Birkerfeld entwässert nach Holzkirchen. Ab Juli müssen sie statt 0,70 dann 0,89 Euro je Kubikmeter Abwasser nach Holzkirchen überweisen - eine Erhöhung um 27 Prozent.

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