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Alte Krippe wachgeküsst

Valley - Eine alte Krippe verstaubte jahrelang im Keller der Valleyer Schule. Bis sich jetzt die Sechstklässler als engagierte Restauratoren bewiesen.

von andreas höger

Valley - Verstaubt und vergessen fristete der kleine Schatz ein kärgliches Dasein in einer Abstellkammer der Valleyer Schule. Kaum jemand interessierte sich für die alte, orientalische Krippe. Vom Speicher der alten ging es fast unbemerkt in den Keller der neuen Schule, wieder aufs Abstellgleis.

Zehn Jahre zogen ins Land, bis in diesem Jahr das Auge von Religionslehrerin Agnes Daxenberger auf die weihnachtliche Szenerie fiel, die da unschuldig im Schulkeller gelandet war. Sie hatte sich schon dafür eingesetzt, dass die Krippe überhaupt noch mit umziehen durfte. Und heuer war es vorbei mit dem Dornröschenschlaf. „Wir haben die Krippe wieder wachgeküsst“, sagt Kunstlehrerin Monika Bachmair. Seit ein paar Tagen steht die aufwändig und liebevoll restaurierte Krippe in der Schulaula. Bis Ende Februar darf sie in ihrer Pracht bestaunt werden.

Wie Bachmairs Recherchen ergaben, entstand das kleine Kunstwerk zwischen 1890 und 1920. Baumeister war vermutlich der Hohendilchinger Restaurator Jürgen Pfalzgraf.

Dass die Krippe wieder zum Leben erwachte, ist vor allem dem Fleiß der zwölf Sechstklässler zu verdanken - und dem günstigen Umstand, dass sich ein kundiger Experte fand. Denn Korbinian Langl, einer der Schüler, hat einen Opa, der zu den bekanntesten Krippenbauern der Region zählt: Oskar Langl senior zeigte den Jugendlichen, wie man Hand anlegen muss. Monika Bachmair zögerte nicht lange und setzte Krippenbau auf den Lehrplan: Sechs Schulstunden lang drehte sich im Kunstunterricht der 6. Klasse an der Mangfalltalschule alles um das Thema Krippenbau. Gelehrt wurde direkt am Objekt.

„Die Schüler waren total motiviert“, berichtet Bachmair. Sie zogen in den Wald und sammelten Moos und kleine Hölzer. Schadhafte Stellen wurden professionell saniert. Langl machte den Jugendlichen im Unterricht vor, wie man aus Schaumstoff ganze Mauern neu erstellt und bearbeitet.

Unter der Anleitung des Profis spachtelten die Schüler, trugen Acryl auf und streuten Vogelsand, um Wege zu markieren. Auch technisches Know-How war gefragt: Die Krippe verfügt jetzt auch über einen Stromkreis, der an ausgewählten Stellen stimmungsvolle Lichter leuchten lässt. Und wenn irgendwo Spezialzubehör fehlte, spendete Langl die nötige Ausstattung aus seinem Krippenbauer-Fundus. (avh)

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