Behördenfunk - ein Gesundheits-Risiko?

Valley - Argwöhnisch verfolgt die Gemeinde Valley den Aufbau des neuen digitalen Behördenfunks. Man will genau prüfen, ob womöglich gesundheitsgefährdende Strahlen freigesetzt werden.

Mit elektromagnetischer Strahlung hat die Gemeinde Valley ihre Erfahrungen - und zwar keine guten. Jahrzehnte kämpfte die Gemeinde gegen die großen USA, gegen die IBB-Sendeanlage. Am Ende setzte sich der David gegen den Goliath durch, 2003 wurde der Sender abgeschaltet. Jetzt nimmt die Gemeinde den nächsten Goliath ins Visier - oder zumindest in scharfe Beobachtung: Der Freistaat will flächendeckend für die „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (BOS) den Digitalfunk in Tetratechnik einführen. Die Gemeinde Valley wappnet sich: Sie hat Professor Günter Käs beauftragt, mit Messungen den Ist-Stand der Funkbelastung zu ermitteln, bestätigt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FW).

Käs war bereits zu Zeiten des Sender-Kampfes mit Untersuchungen betraut gewesen. Die neuen Messungen sollen zeigen, mit welcher Belastung für die Umgebung, aber auch für die Träger der Funkgeräte zu rechnen ist. „Es ist unsere Aufgabe, die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu schützen“, sagt Hallmannsecker. Zunächst sei zu klären, ob eine Gesundheitsgefahr bestehe. Die Antwort darauf werde nicht Professor Käs mit seinen Messungen liefern, die demnächst beginnen sollen, so der Bürgermeister. „Das müssen Mediziner bewerten.“ Man wolle aber den Ist-Stand gesichert vorliegen haben. „Die Diskussion soll ja sachlich sein“, sagt Hallmannsecker.

Auch den Gemeinderat bewegt das Thema Tetrafunk. In der jüngsten Sitzung hatte Jürgen Schlichting (Valleyer Liste) an die Kollegen appelliert, man müsse deutlich Flagge zeigen - gegen die Einführung der Tetrafunk-Technik, die in England und Dänemark durchaus zu Problemen geführt habe.

Schlichting machte im Gemeinderat seinem Ärger über den Vortrag eines Mitarbeiters der Firma Telent Luft, der im Gremium Rede und Antwort stehen sollte über den Aufbau des BOS-Digitalfunks. „Das ist ein empörend vereinfachender Vortrag gewesen - es gibt eben elektro-sensible Menschen“, schimpfte Schlichting, der auch Vorsitzender des Vereins Sender-Freies Oberland ist, der damals gegen den IBB-Sender mobil machte. Schlichting hatte nach besagtem Vortrag nicht den Eindruck, dass der Telent-Mitarbeiter Sorgen ernst nimmt: „Da verklagt das kleine Valley die Vereinigten Staaten und trägt dazu bei, dass der Sender wegkommt - und dann kommt einer her und meint: ,Ihr Blödmänner, was habt ihr denn da gemacht? Wir haben Erfahrung im Kampf gegen Elektrosmog - wir müssen uns mehr engagieren.“

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