+
Das Wohngebiet wurde für den SEK-Einsatz weitgehend abgesperrt

Beziehungskrise: Mann dreht durch - SEK rückt an

Otterfing - Eine Beziehungskrise führte dazu, dass ein 34-Jähriger in der Nacht zu Sonntag die Nerven verlor. Er kündigte einen Suizidversuch an, bedrohte Polizisten mit Schusswaffen und verbarrikadierte sich in seiner Wohnung.

Offenbar hatte sich am Samstagabend eine Beziehungskrise zugespitzt. Wie Josef Lang, Leiter der Holzkirchner Polizei, gestern mitteilte, kündigte der Familienvater um 21 Uhr gegenüber Angehörigen einen Suizidversuch an. Er gab an, dass er sich gerade in der Nähe von Egling bei Wolfratshausen aufhalte. Die Angehörigen alarmierten die Polizei. „Bevor wir in Egling eine Suchaktion starten, wollten wir erst in der Wohnung nachschauen“, sagt Lang.

Beziehungskrise: Mann dreht durch - SEK rückt an

Beziehungskrise: Mann dreht durch - SEK rückt an

Prompt traf eine zweiköpfige Streife den 34-Jährigen um 21.30 Uhr zuhause in Otterfing an. Er riss die Tür auf und bedrohte die Polizisten mit einer Luftdruck-Pistole. „Die sieht absolut echt aus“, betont Lang, „wir mussten von einer scharfen Waffe ausgehen.“ Die Streife zog sich zurück und forderte Verstärkung an.

„Er war aggressiv und psychisch angespannt"

Wenig später traf die „Verhandlungsgruppe“ des Polizeipräsidiums in Otterfing ein. „Wenn sich jemand verbarrikadiert, braucht es besonders geschulte Beamte“, erklärt Lang. Der Mann war allein in der Wohnung, Frau und Kind waren bei einer Freundin untergekommen. Der 34-Jährige ließ sich aber nicht beruhigen. Auf Telefonanrufe reagierte er nicht. Stattdessen öffnete er das Dachfenster und drohte mit zwei Gewehren. Als bekannt wurde, dass der Otterfinger auch über eine Handgranate verfügen könnte, wurde ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei in Marsch gesetzt und der Bereich Haidgasse großräumig abgesperrt. Unter anderem sperrte die Polizei ab 22.30 Uhr die etwa 100 Meter Luftlinie entfernte B 13 und leitete den Verkehr über Wohnstraßen um.

Inzwischen hatte der 34-Jährige auch eine unbekannte Flüssigkeit aufs Dach geschüttet. „Er war aggressiv und psychisch aufs äußerste angespannt“, berichtet Lang, der selbst in Otterfing dabei war. Vorsorglich wurde das BRK und die Otterfinger Feuerwehr alarmiert, die laut Kommandant Markus Kirmayr mit 23 Mann ausrückte und bis 1.30 Uhr in Bereitschaft stand. Die Flüssigkeit stellte sich später als Bier heraus.

Zwei Luftgewehre, zwei Softair-Waffen und Platzpatronen

Kurz nach Mitternacht entschloss sich der 34-Jährige zur Flucht. Polizisten entdeckten ihn, als er durch ein Gebüsch kriechen wollte. Laut Lang ließ er sich um 0.26 Uhr widerstandslos festnehmen. Die Luftdruck-Pistole hatte er dabei. In der Wohnung fanden sich später außerdem zwei Luftgewehre sowie zwei Softair-Waffen, die laut Lang wie echte Maschinenpistolen aussehen, eine Softair-Pistole und Platzpatronen. Der Otterfinger war bei der Festnahme betrunken und hatte sich laut Polizei leichte Verletzungen am Handgelenk zugezogen.

Der 34-Jährige wurde festgenommen und verbrachte die Nacht im Gewahrsam der Holzkirchner Polizei. Gestern wurde er in psychologische Behandlung überstellt.

von Andreas Höger

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion