Es werde Licht: Über 700 Besucher verfolgten am Samstag und Sonntag die ausgeklügelte „Nacht der Lichter“ in St. Laurentius. Foto: Andreas Leder

Die Bibel in ganz neuem Licht

Holzkirchen - Welche Farben haben die Zehn Gebote? Die „Nacht der Lichter" am Samstag in St. Laurentius bewies eindrucksvoll, dass es sehr wohl gelingen kann, christliche Botschaften modern und zugleich spirituell aufzuladen. Fast 700 Besucher verfolgten in drei Aufführungen die ausgeklügelte Licht- und Musikvorführung.

„Es kamen noch mehr Leute als im vergangenen Jahr“, freut sich Mathias Wolf vom jungen Organisationsteam. Der 20-jährige Holzkirchner entwarf das Konzept zusammen mit Lorenz Höß (19) aus Tegernsee, der als Sprecher fungierte, und den beiden Holzkirchnern Mathias Brand (26) und Simon Orlando (25).

Das Konzept war im Vorjahr entwickelt worden als ein Teil der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum von St. Josef. Schon damals staunten viele Gläubige und lernten altbekannte Bibelstellen in einem ganz neuen Licht kennen. „Damals kamen vor allem Holzkirchner, diesmal wollten das auch Leute aus Miesbach, Rosenheim und München sehen.“ Alle erlagen sie dem Bann der Show, langer Applaus belohnte die langen Tage der Vorbereitung.

Über 60 Scheinwerfer leuchteten den Gottesraum aus. Künstlicher Nebel intensivierte und strukturierte die Lichteffekte, die zudem mit der Architektur des Raumes spielten. Zwei Computer und ein Mischpult steuerten den Ablauf. „Zwei Wochen waren wir von früh bis spät mit den Vorbereitungen beschäftigt“, berichtet Wolf. Die Spenden der Besucher decken die Unkosten. „Aber die Miete der Geräte ist so teuer, dass es nur funktioniert, weil Sponsoren das ermöglichen.“

Lorenz Höß las ausgewählte Bibelstellen, dazu erklang sphärische Filmmusik etwa aus „Krieg der Sterne“ oder „10 000 BC“. Vor allem aber waren die Botschaften der Bibel über die Augen sinnlich zu erleben. Bei den zehn Geboten verzichteten die Organisatoren sogar ganz auf Texte.

Der neuerliche Erfolg bringt die Organisatoren fast in Zugzwang. Viele Besucher wünschen sich eine „Nacht der Lichter“ auch im kommenden Jahr. Wolf schürt die Hoffnung. „Aber wir müssen natürlich erst einmal nachdenken, wie ein neues Programm aussehen könnte.“ An Material fehle es gottlob nicht. „Die Bibel eröffnet uns da noch so einige Möglichkeiten.“ (avh)

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