Aus zwei Zisternen besorgten sich die Feuerwehren das Löschwasser. Den Nachschub sicherte ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen nach Steingau.

Einsatz im wasserarmen Dreiländereck

Otterfing - Wettlkam liegt in einem „Dreiländereck": Das kleine Dorf im nordwestlichsten Zipfel des Landkreises Miesbach ist jeweils nur einen Steinwurf entfernt von den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen (Steingau) und München (Arget). Wenn's dort brennt, müssen nicht weniger als drei Rettungsleitstellen schnell reagieren. Eine unangekündigte Großübung am Donnerstag diente als Nagelprobe für diese Abläufe.

„Die Alarmierung ist wunderbar gelaufen", berichtet Otterfings Feuerwehr-Kommandant Markus Kirmayr. 130 Aktive aus neun Wehren und drei Landkreisen trafen zügig in Wettlkam ein, wo ein Bauernhof „brannte". Das Zusammenspiel über die Landkreisgrenzen hinweg klappte laut Kirmayr zuletzt nicht immer reibungslos. Die Leitstellen Rosenheim, München und Weilheim sind hier gefordert, sich bei der Alarmierung schnell abzustimmen und die richtigen Trupps in Marsch zu setzen. Diesmal habe das gut funktioniert, sagt Kirmayr, der als Einsatzleiter fungierte. Kreisbrandinspektor Anton Riblinger habe genau darauf geachtet, wann und wo die Sirenen heulten. Alarmiert wurden die Wehren aus Otterfing, Holzkirchen, Hohendilching, Hartpenning, Föching, Arget, Sauerlach, Baiernrain und Dietramszell. 21 Fahrzeuge machten sich auf den Weg.

Das zweite Übungsziel war der besonderen Wasserversorgung Wettlkams geschuldet. „Wir können dort nicht einfach Hydranten anzapfen, weil die Leitung von Otterfing das nicht schafft“, sagt Kirmayr. Als man das vor einigen Jahren versucht habe, sei plötzlich ein Mann mit Bademantel aufgetaucht und habe gefragt, wann denn die Übung beendet sei, „weil kein Wasser mehr aus seiner Dusche kam, als wir den Hydrant aufgedreht haben“. Die Gemeinde hat sich schon lange vorgenommen, die Leitung zu vergrößern. Das soll aber einher gehen mit der ebenfalls überfälligen Straßensanierung von Wettlkam nach Bergham - und dafür fehlen noch Grundstücke.

Um im wasserarmen Wettlkam trotzdem wirksam löschen zu können, übten die Feuerwehren das schnelle Verlegen von Förderleitungen von den zwei Dorf-Zisternen zum Brandort. Für Nachschub in den Zisternen sorgten Tanklöschfahrzeuge, die im Pendelverkehr von und nach Steingau das Wasser heranschafften. Steingau liegt in der Nachbargemeinde Dietramszell und verfügt über einen ergiebigen Hydranten.

Zwei Stunden dauerte die Übung. Mit den Leistungen der Trupps war Kirmayr zufrieden. „Wichtig ist im Einsatz vor Ort, das man die Leute aus den anderen Landkreisen kennenlernt und im Ernstfall gleich weiß, wer der Ansprechpartner ist.“ (avh)

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