Festnahme im Mordfall Peggy

Festnahme im Mordfall Peggy
Ein Herz für Vögel: Vor der fast fertigen Greifvogel-Auffangstation zwischen Otterfing und Wettlkam haben (v. l.) Betreuer Alfred Aigner, Bürgermeister Jakob Eglseder und Kreissparkassen-Chef Martin Mihalovits einige Patienten auf den Arm genommen. Zu sehen sind (v. l.) ein Uhu, eine Waldeule und ein Turmfalke. Foto: Herbert Kölbl

Erste Patienten fliegen ein

Otterfing - Die Greifvogel-Auffangstation geht in Betrieb. Besichtigungen sind aber erst ab Herbst möglich.

Alle Vögel sind noch nicht da. Aber der Umzug der Otterfinger Greifvogelstation von einem alten Stadl an der B 13 in das nagelneue Zuhause an der Berghamer Straße zwischen Otterfing und Wettlkam läuft auf vollen Touren. „Das ist nicht einfach, weil ich jeden Vogel einzeln transportieren muss“, berichtet Alfred Aigner. Er ist seit über 25 Jahren der Kümmerer für kranke, verletzte und verwaiste Greifvögel, die im Landkreis gefunden werden. Der Neubau ist noch nicht ganz fertig. Im Herbst ist ein großer Tag der offenen Tür geplant, dann kann man den edlen Greifern genau auf die Federn schauen.

Aigner war 14 Jahre alt, als er eine junge Eule fand. Sie war bei einem Gewitter aus dem Nest gefallen. „Krähen hatten sie schon wund gehackt“, erzählt Aigner. Er nahm die Eule mit, pflegte sie gesund und setzte sie wieder aus. Damit begann für den 54-jährigen Argeter - er ist Lehrer am Förderzentrum Bad Aibling - das Engagement für Greifvögel, das inzwischen so umfangreich ist, dass es kaum noch als Hobby durchgehen kann. „Eigentlich ist es ein Vollzeitjob“, sagt der 54-Jährige. Morgens um fünf Uhr steht die erste Fütterung an, erst dann geht’s zur Arbeit. Bis zu fünf Mal am Tag wird gefüttert. Serviert werden Eintagesküken, Ratten und Mäuse.

Vor über 25 Jahren entstand die provisorische Auffangstation mit kleinen Volieren im alten Schupfen an der B 13. „Mit der Zeit sprach sich mein Engagement herum. Immer mehr Greifvögel wurden mir gebracht.“ Inzwischen sind es 60 Tiere im Jahr, meistens Mäusebussarde und Turmfalken. Sie sind gegen Fenster geflogen, haben sich an Stromleitungen verletzt, wurden angefahren oder sind aus dem Nest gefallen.

Vor einem Jahr war klar, dass der alte Stadl zu baufällig ist, um den Betrieb fortzusetzen. Hier sprang die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee ein, die bereit war, eine neue Auffang- und Pflegestation für Greifvögel zu bauen und die Betriebskosten mit jährlich 5000 Euro zu bezuschussen. Der Bau selber kostet rund 180 000 Euro. Das 1000 Quadratmeter große Grundstück stellte die Gemeinde kostenlos zur Verfügung. Vor gut einem Jahr fand der erste Spatenstich statt.

In dem 253 Quadratmeter großen Holzgebäude befinden sich zehn Volieren, dazu sogar eine frostsichere Variante, damit Fundtiere auch in strengen Wintern gepflegt werden können. Die Volieren sind zwischen 15 und 45 Quadratmeter groß. Völlig abgeschlossen sind die Bauarbeiten noch nicht. Außerdem fehlen noch Geräte wie etwa eine Kühltruhe fürs Futter. „Dafür suche ich noch Spender“, so Aigner. Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder sicherte hier die Hilfe der Gemeinde zu. „Wir können ein Spendenkonto einrichten“, erklärte der Gemeindechef bei der Schlüsselübergabe durch Martin Mihalovits, den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse.

Mihalovits und Eglseder dankten Aigner für sein Engagement und begrüßten seine Arbeit als wichtigen Beitrag für die Natur und die Umweltbildung. „Wenn alles fertig ist, wird die Greifvogelstation auch für die Öffentlichkeit geöffnet“, versprach Aigner, „dann können vor allem Kinder und Jugendliche Uhu, Eule und Falke aus nächster Nähe erleben.“ (nie)

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