Die Männer aus dem Morgenland: Die Otterfinger (v.l.) Thomas Vellante, Robert Schüßlbauer, Harald Krauß, Max Klaus und Bernhard Grasberger waren am Samstag als Sternsinger unterwegs. Foto: andreas Leder

Fünf richtige Männer aus dem Morgenland

Otterfing - Scharlatane, im Gewand der Heiligen aus dem Morgenland? Manch einer mag stutzig geworden sein, als er die erwachsenen Sternsinger entdeckte. Doch die fünf brachten wirklich den Segen.

Eigentlich sind Thomas Vellante, Harald Krauß, Max Klaus, Bernhard Grasberger und Robert Schüßlbauer andere Uniformen gewöhnt. Einheitlich in dunklem Blau - so wie die fünf Feuerwehrmitglieder am Freitag den Dreikönigs-Gottesdienst in der Otterfinger Kirche mitfeierten. Doch die Uniform der Feuerwehr, die sie wegen des geplanten Gruppenbildes trugen, tauschten sie am Samstag für ihren besonderen Einsatz: als Sternsinger.

„Voraussetzung war für uns, dass wir den Kindern nichts wegnehmen“, betont Robert Schüßlbauer, der auch Gemeinderat ist. Doch die Ministranten, sie hätten es wohl kaum allein geschafft. Schüßlbauer und die anderen erwachsenen Sternsinger waren alle selbst vor 20, 25 Jahren Ministranten - und Sternsinger. „Für uns war das damals der Höhepunkt des Jahres“, erinnert er sich. Als im Advent der Pfarrer darauf hinwies, dass sich der Mangel abzeichnet und dass nicht nur Ministranten Sternsinger sein dürfen, stand für die fünf gleich nach dem Gottesdienst fest: Sie springen ein.

Rund 30 Häusern in Wettlkam und Heigenkam brachten die erwachsenen Sternsinger den Segen. „Am Anfang waren viele schon verwundert, dass Erwachsene vor der Tür stehen“, berichtet Schüßlbauer. Schlussendlich fanden es aber alle Besuchten gut. „Wir haben unser altes Gsatzl aufgesagt. Daran erinnert man sich schon, wenn man es schon 1000-mal aufgesagt hat.“ Nur aufs Singen haben die fünf verzichtet. „Das will von uns keiner hören...“ Wie die kleinen, so wurden auch die großen Sternsinger von einigen Hausbewohnern mit Süßigkeiten für den Besuch belohnt. Die haben die fünf Männer aus dem Morgenland auch gern angenommen und unter sich aufgeteilt, wie früher. „Wir haben ja alle Frauen, die gerne mal Schokolade essen.“ Die Geldspenden haben die fünf am gestrigen Sonntag gleich an den Pfarrer übergeben.

Auch wenn ihnen die Rückkehr in die Rolle der Segensbringer Spaß gemacht hat: Die fünf großen Sternsinger hoffen, dass ihr Einsatz einmalig bleibt. Sie sind mit gutem Beispiel vorangegangen, wollten auch ihrer Vorbildfunktion nachkommen. „Das Sternsingen ist so eine schöne Tradition“, sagt Schüßlbauer. „Das wäre doch schade, wenn es das nicht mehr gibt.“

Katrin Hager

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