Größte Bergsport-Hochzeit des Jahres

Hartpenning - Das in Großhartpenning, Otterfing und Gmund beheimatete Outdoor-Unternehmen „Bergzeit" ist in den vergangenen Jahren von Gipfel zu Gipfel gestürmt. Firmengründer Klaus Lehner wollte den nächsten Wachstums-Schritt aber nicht mehr in Eigenregie riskieren: Er verkaufte „Bergzeit" an die Südtiroler Firma Sportler.

In der Sportartikel-Branche hatte zuletzt die Gerüchteküche gebrodelt. „Bergzeit“ habe sich mit dem 3,4 Millionen Euro teuren Neubau im Gmund-Moosrain verhoben und könne Lieferanten nicht mehr zahlen - so hieß es. „Nichts davon ist wahr“, stellt Lehner klar. Ganz im Gegenteil habe man 2011 mit über zwölf Millionen Euro einen famosen Rekordumsatz eingefahren. Heuer im Januar schnellte der Zuwachs auf 70 Prozent hoch. Besonders der in Otterfing angesiedelte Internet-Handel boomt. „Täglich gehen bis zu 700 Pakete raus“, sagt Lehner.

70 Mitarbeiter sind mittlerweile angestellt. Davon arbeiten 50 im Otterfinger Gewerbegebiet, wo der Versand und die Verwaltung angesiedelt sind. Der Rest verteilt sich auf die Filialen in Großhartpenning, wo auf 700 Quadratmetern schwerpunktmäßig Bergsport- und Kletterausrüstung angeboten wird, und auf den 2010 eingeweihten Neubau in Moosrain. „Vor allem in Otterfing wird es wohl weitere Arbeitsplätze geben“, sagt Lehner.

Was 1998 einem Hobby entsprang, als der heute 52-jährige Schaftlacher einen Radcomputer entwickelte, bekam eine ungeahnte Dynamik. 2011 deutete sich ein Wachstums-Schub, den Lehner nicht mehr aus eigener Kraft gehen wollte. Er suchte Investoren. „Es braucht jemanden, der einen Umsatz von 60 Millionen Euro anpeilen kann." Einen branchenfremden Investor, der nur an Zahlen denkt, den hab er nicht gewollt, sagt Lehner. „So bin ich auf die Firma Sportler gekommen.“

Das Südtiroler Unternehmen gilt mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro als führendes Bergsport-Unternehmen im Alpenraum mit 20 Filialen in Norditalien und Österreich. „Sportler“ ist ein Familienunternehmen, das von Georg Oberrauch geführt wird. Anfang März verkaufte der 52-Jährige seine „Bergzeit“ mitsamt der Gmunder Immobilie - in Hartpenning und Otterfing sind die Räume angemietet - an „Sportler“. Beim Preis habe man Stillschweigen vereinbart. Lehner bleibt Geschäftsführer.

„Sportler“ feiert den Zukauf als „größte Bergsport-Hochzeit des Jahres“. Die Bozener wollen vor allem von der Internet-Kompetenz der Bayern profitieren und zum größten Online-Arbeiter für Sportausrüstung in Italien aufsteigen. Im Gegenzug soll „Bergzeit“ beim Ladengeschäft an besseren Einkaufskonditionen und größerer Produktauswahl teilhaben. Laut Lehner ist geplant, in Bayern eine weitere Filiale zu eröffnen - weiterhin unter der Marke „Bergzeit“. (avh)

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