Großes Gotteshaus muss zusperren

Holzkirchen - Ausgerechnet zum Beginn der Adventszeit verlieren die Holzkirchner ihr größtes katholisches Gotteshaus. Die Pfarkirche St. Josef ist bis auf weiteres gesperrt, weil am Dach statische Mängel vermutet werden.

Die Diagnose kam überraschend. Seit Monaten wird die riesige Glaswand des Gotteshauses untersucht, nachdem bereits Scheiben gesprungen sind. Dabei stellte sich heraus, dass die Wurzel des Übels grundlegender Art ist: Die gesamte Statik des Gebäudes ist angeschlagen. „Die Statiker können die Stabilität des Daches nicht mehr garantieren“, sagt Pfarrer Anton Tulbure. „Es besteht keine konkrete Gefahr“, betont Bettina Göbner, Pressesprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats, „aber man kann andererseits auch nichts ausschließen.“

Holzkirchen: Großes Gotteshaus muss zusperren

Holzkirchen: Großes Gotteshaus muss zusperren

Wie geht's weiter? „Es wird wohl auf ein ganz neues Dach hinauslaufen“, sagt Göbner. Das Ordinariat plane bereits mit Hochdruck. „St. Josef in Holzkirchen hat bei uns jetzt höchste Priorität“, sagt die Sprecherin; es handle sich schließlich um die Hauptkirche eines großen Pfarrverbands, die über 600 Gläubige aufnehmen kann. Trotzdem rechnet Pfarrer Tulbure mit einer langen Sperrung. „Ich fürchte, bis Weihnachten wird das nichts mehr.“ Jetzt gelte es, die Gottesdienste auf andere Holzkirchner Kirchen zu verteilen. „Gottseidank haben wir noch St. Laurentius“, sagt Tulbure. Zudem biete der Pfarrverband viele Gotteshäuser. Er habe sogar mit seinem evangelischen Amtsbruder gesprochen, um eventuell auch in der Segenskirche eine katholische Messe abhalten zu dürfen.

Die Kirche wird wohl auf jeden Fall bis Anfang 2012 geschlossen bleiben - ein denkbar schlechter Start in ein Jubiläumsjahr. Denn das 1962 eingeweihte Gotteshaus feiert nächstes Jahr 50-jähriges Bestehen. „Wir hatten uns schon ein schönes Programm überlegt“, seufzt Tulbure, „mal schauen, ob es wirklich was zum Feiern gibt.“ (avh)

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