Ein Geothermie-Bohrturm wird nächstes Jahr auch in Holzkirchen zwei Verbindungen mit der Tiefe suchen. Foto: kn

Hundert Elefanten am Haken

Holzkirchen - Der Zeitplan steht: Im Dezember 2016 soll das Holzkirchner Geothermie-Kraftwerk ans Netz gehen. Viel muss in den verbleibenden gut vier Jahren passieren - und viel muss klappen. Derzeit werden die zwei Bohrplätze auf Standfestigkeit geprüft. Denn sie müssen ein Bohrgestänge tragen können, das 5000 Meter lang ist.

450 Tonnen, das entspricht in etwa dem Gewicht von hundert gut genährten Elefanten. Diese „Hakenlast“ muss der Bohrturm in Holzkirchen halten können. „Und deswegen braucht der etwa 50 Meter hohe Turm an beiden Plätzen einen wirklich sicheren Stand“, erklärt Albert Götz, Geschäftsführer der Holzkirchner Gemeindewerke, die das Geothermie-Projekt für die Gemeinde organisieren. Damit die Firmen, die beide Bohrplätze einrichten, genau wissen, wie sie den Untergrund befestigen müssen, lassen die Gemeindewerke derzeit Bodenuntersuchungen durchführen. „Bis in eine Tiefe von 60 Metern wollen wir wissen, wie stabil der Grund ist“, sagt Götz. Untersucht wird an beiden Standorten, in der Alten Au (an der B 318) und am Otterfinger Weg neben der Bahntrasse unweit des Teufelsgrabens. Rund 50 000 Euro kosten diese Untersuchungen.

Angelaufen ist auch bereits die Ausschreibung für die Bohrungen selber. „Die Firma Erdwerk stellt gerade die Unterlagen zusammen“, sagt Götz. Auch das ist nicht billig: Allein die Ausschreibung kommt auf 200 000 Euro. Im Herbst wolle man wissen, welche Firma in Holzkirchen bohrt, sagt der Gemeindewerke-Chef. Schon jetzt gebe es Gespräche mit Kandidaten. „So viele gibt es da nicht“, sagt Götz, „die Tiefe, die wir anpeilen, das kann nur eine Handvoll Unternehmen in ganz Europa.“ Gerade das mache das Projekt vielleicht sogar interessant für die Spezialisten. Holzkirchen plant bekanntlich die bisher tiefste Bohrung im süddeutschen Molassebecken.

Am 17. Juni 2013, so steht’s im aktuellen Zeitplan, soll der Bohrer in der Alten Au unweit der B 318 seine Reise in die Tiefe beginnen. Tag und Nacht wird sich der von Spülwasser umgebene Meißel vorarbeiten. Ein Bohrtag kostet rund 50 000 Euro. „Auch wir werden wohl noch unsere Überraschungen erleben“, sagt Götz, „aber ich weiß, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und bestens vorbereitet sind." (avh)

Auch interessant

Kommentare