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Radweg wird eröffnet: "Danke Svenja!"

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Wir machen den Weg frei: Initiatorin Svenja Rau (l.) weiht mit (ab 4.v.l.) Landtagsabgeordnetem Alexander Radwan, Landrat Jakob Kreidl und Rathauschef Andreas Hallmannsecker den neuen Radweg in Oberlaindern ein.  foto: thomass plettenberg
Wir machen den Weg frei: Initiatorin Svenja Rau (l.) weiht mit (ab 4.v.l.) Landtagsabgeordnetem Alexander Radwan, Landrat Jakob Kreidl und Rathauschef Andreas Hallmannsecker den neuen Radweg in Oberlaindern ein. foto: thomass plettenberg

Valley - Viele Jahre geisterte die Idee durch die Gemeinde, einige Anläufe scheiterten. Doch jetzt war es soweit: Der Rad- und Gehweg zwischen Oberlaindern und Mitterdarching ist fertig. Auch wegen eines kleinen Mädchens mit einer unfassbaren Entschlusskraft.

Erst steht Svenja Rau noch bescheiden neben den großen Politikern am Rand, daneben parkt ihr weißes Mountainbike. Dann rückt sie etwas näher. Schließlich ist es doch ihr Moment: „Ich habe gedacht, dass man eh nichts erreichen kann“, sagt sie, die Luft glüht vor Hitze, Autos brummen vorbei. „Jetzt freue ich mich total.“ Denn dieses zierliche zwölfjährige Mädchen mit dem Pferdeschwanz und der Zahnspange aus Mitterdarching hat Großes vollbracht: Sie war es, die letztlich den Anstoß für den Bau des Rad- und Gehwegs zwischen Oberlaindern und Mitterdarching gegeben hat.

Deshalb war sie jetzt bei der offiziellen Eröffnung des rund 1,8 Kilometer langen und 2,50 Meter breiten Weges, der an der Staatsstraße 2073 verläuft, eingeladen. „Ein Dank an Svenja“, sagte Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FW).

Der Rathauschef erinnerte in seiner Ansprache an den zähen Weg des Weges, der insgesamt rund 710 000 Euro schluckte, gut 200 000 Euro hat die Kommune aus eigener Tasche gezahlt. Den Rest decken Zuschüsse des Freistaats ab. Bereits seit mehr als 20 Jahren geisterte die Idee für den Radweg durch die Kommune, damals reichte die Gemeinde bei Edmund Stoiber, der zu der Zeit noch Bayerischer Innenminister war, ihre Forderungen ein. Schließlich ist der Freistaat eigentlich für die Maßnahmen an der Staatsstraße zuständig. Immer wieder ernteten die Valleyer einen Korb.

Doch dann kam Svenja. Es war im Jahr 2010, als sie die Nase voll hatte. Der Grund: Wenn die damals Neunjährige zu ihrer Freundin nach Oberlaindern radeln wollte, dann musste sie weite Umwege bewältigen. „Weil an der großen Straße zu fahren, war eigentlich zu gefährlich“, erklärt sie. Sie besprach die Sache mit ihrem Papa Manfred und sammelte bald Unterschriften. Ihr Papa unterstützte sie dabei. Kurze Zeit später marschierten die beiden zum Bürgermeister, unterm Arm rund 650 Unterschriften von Bürgern, die hinter dem Wunsch standen (wir berichteten). Hallmannsecker schickte die Sammlung weiter ans Innenministerium.

Ein knappes Jahr später aber passierte etwas, was die Hoffnungen der Gemeinde schmälerte. Der Freistaat setzte den Ausbau der Staatsstraße 2073, in dessen Atemzug wohl auch der Radweg angestanden wäre, in seiner Prioritätenliste weit nach hinten. Frühestens 2025, hieß es dann. Daraufhin entschied sich die Gemeinde, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Nach vier Monaten Bauzeit war es nun soweit.

Hallmannsecker bedankte sich bei der Eröffnung beim Straßenbauamt Rosenheim, das die Planungen begleitete, und bei den fünf Grundstückseigentümern, mit denen man sich geeinigt habe. Und beim ebenfalls anwesenden CSU-Landtagsabgeordneten Alexander Radwan, der sich für das Projekt stark gemacht hatte. Radwan erklärte, dass er sich für die Zuschüsse eingesetzt hatte. „Ich finde es toll, dass sich junge Menschen engagieren“, sagte der große Radwan zur kleinen Svenja. Landrat Jakob Kreidl (CSU) fand, dass der Radweg „eine schöne Ergänzung in unserem radl-freundlichen Landkreis“ ist.

Für Svenja ist der Zeitpunkt der Fertigstellung ideal: „Dann kann ich in den Sommerferien oft zu meiner Freundin fahren.“ Danach kommt sie dann in die achte Klasse, sie besucht das Miesbacher Gymnasium. Und ihr nächstes Ziel hat sie auch schon anvisiert: „Ich will Schülersprecherin werden.“

Von Marlene Kadach

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