Spatenstich vor Holzolling: (v.l.) Breitbandpate Dirk Schattschneider, Weyarns Geschäftsleiter Johann Walser, Weyarns Bürgermeister Michael Pelzer, Christian Theilen von M-net, Michael Schneider von Energienetze Bayern GmbH, Jörg Ochs von den Stadtwerken München und Otto Riedl, Technischer Bauleiter beim Bauunternehmen Josef Pfaffinger. foto: thomas plettenberg

Schnelles Internet fürs Goldene Tal

Weyarn - Schneller, besser, mehr: Vier Ortsteile in der Gemeinde Weyarn bekommen jetzt einen Breitbandanschluss - und damit einen optimalen Zugang ins Internet. Die Arbeiten beginnen im September, im Februar 2013 könnte die neue Datenautobahn nutzbar sein.

Bislang ist es ein nervenaufreibendes Geduldsspiel: Einen Spielfilm aus dem Internet herunterzuladen, das kann schon mal zwei Stunden dauern. Auch das Hochladen von Bildern etwa für einen Fotodienst zieht sich. „Da lässt man es lieber ganz bleiben“, sagt Christian Theilen, Leiter des Geschäftskundenvertriebs München bei M-net. Seiner Firma hat die Gemeinde Weyarn den Ausbau anvertraut: In den Ortsteilen Großseeham, Naring, Holzolling und Esterndorf erschließt M-net in Zusammenarbeit mit der Energie Südbayern und der Kommune ein Breitbandnetz. Wer in diesen Ortsteilen wohnt, kann nächstes Jahr einen deutlich besseren Zugang ins Internet bekommen.

So wichtig diese Infrastruktur heutzutage ist, so geht sie doch ins Geld und belastet die Gemeinde: 380 000 Euro schlucken die Maßnahmen insgesamt. Der Freistaat gewährt einen Zuschuss von 100 000 Euro aus seinem Fördertopf „Ausbau der Breitbandversorgung im ländlichen Raum“. Nicht eben ein üppiger Zuschuss, findet Bürgermeister Michael Pelzer (FWG). „Es ärgert mich, dass wir da so viel selber schultern müssen.“ Dabei sei ein solcher Ausbau heutzutage unverzichtbar, zumal in dem betroffenen Gebiet Firmen angesiedelt sind und gut 100 Arbeitsplätze sichern.

Nicht zuletzt profitieren etwa 1000 Weyarner Bürger in den Haushalten - und das nicht nur fürs Privatvergnügen. „Dann können die Leute auch mal von zu Hause aus arbeiten“, meint Theilen von M-net. Den Bedarf in den Ortschaften hat die Gemeinde zusammen mit dem Breitbandpaten Dirk Schattschneider ermittelt, der selbst in Holzolling wohnt.

Insgesamt werden im Gemeindegebiet nun 3,5 Kilometer Glasfaser und 500 Meter Kupferkabel verlegt. „Wir sind dabei für die passive Infrastruktur zuständig“, erklärt Michael Schneider, Geschäftsführer der Energienetze Bayern GmbH, einem Tochterunternehmen der Energie Südbayern. M-net hingegen ist für die Technik und für das verantwortlich, was am Ende durch die Kabel fließt. Mit M-net werden die Anwohner ihren Vertrag abschließen, sie können sogar ihre alten Rufnummern mitnehmen. Was die künftigen Nutzer genau tun müssen, um auf die Datenautobahn einzubiegen, und was das kostet - das sollen sie später auf einer Bürgerversammlung erfahren.

Glasfaser-Kabel sind leistungsfähiger als ihre Vorgängermodelle. Und der Unterschied, das versprechen die Anbieter, sei enorm - bei einem ähnlichen Preisverhältnis: So werden Bandbreiten von 50 Mbit/s erreicht. Benutzer können Spielfilme in nur vier Minuten herunterladen. Zum Vergleich: Bislang müssen sich die vier Ortsteile mit einem kümmerlichen Mbit/s begnügen. Von einem „Notstandsgebiet“ sprechen da die Experten. „Nur deshalb ist das Gebiet überhaupt förderungswürdig“, erklärt Theilen. Bereits mit Glasfasern versorgt sind Weyarn, Neukirchen, Wattersdorf und Stürzlham. (mar)

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