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Schweres Erbe wandert weiter

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Der neue „Parkplatz Otterfing“ in der Vorplanung: Anders als am bisherigen Standort im Landkreis München sind 900 Meter weiter südlich keine Pkw-Plätze mehr geplant, dafür aber 103 Lkw-Plätze und Sanitäranlagen.  Skizze: Autobahndirektion Südbayern
Der neue „Parkplatz Otterfing“ in der Vorplanung: Anders als am bisherigen Standort im Landkreis München sind 900 Meter weiter südlich keine Pkw-Plätze mehr geplant, dafür aber 103 Lkw-Plätze und Sanitäranlagen. Skizze: Autobahndirektion Südbayern

Otterfing/Föching - Die Autobahn-Rastanlage Holzkirchen-Süd nahe Föching drohte, ein Gigant zu werden. So weit kommt es nicht. Doch der Teil der Last, den Föching los ist, hat einen Erben: Otterfing.

Der Ausbau der Rastanlage Holzkirchen-Süd mit neuen Lkw-Parkplätzen schrumpft zulasten Otterfings: „Wir sind völlig überfahren worden - aber mit dem Panzer“, ärgert sich Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder über die plötzliche Entscheidung der Autobahndirektion Südbayern, einen neuen Parkplatz auf Otterfinger Flur zu bauen. Der Bürgermeister erfuhr erst kurz vor einer Infoveranstaltung in Föching, dass sein Gemeindegebiet überhaupt betroffen ist.

Christian Rehm, Baudirektor bei der Autobahndirektion, hatte beim Infoabend den derzeitigen Planungsstand erläutert: Der Löwenanteil an den insgesamt knapp 150 neu zu schaffenden Lkw-Stellplätzen an der A 8 zwischen Autobahnkreuz München-Süd und Inntaldreieck soll auf einem neuen Parkplatz im Hofoldinger Forst auf Otterfinger Flur, südlich der Markweg-Brücke über die Autobahn, entstehen. Dafür schrumpfen die Ausbaupläne an der Rastanlage Holzkirchen-Süd bei Föching.

Der bisherige "Parkplatz Otterfing" an der A8 liegt im Landkreis München. Weil dort unter anderem wegen eines Landschaftsschutzgebiets ein Ausbau nicht möglich sei und der zunächst angedachte Ausbau der Rastanlage Holzkirchen-Süd nahe Föching auf großen Protest der Bevölkerung, betroffener Grundstücksbesitzer und der Marktgemeinde stieß, rutsche schließlich Otterfing in die nähere Wahl. Das große Plus dort: Der nötige Grund gehört bereits dem Bund.

Am bisherigen „Parkplatz Otterfing“ im Landkreis München gibt es 38 Pkw- und acht Lkw-Plätze. Dieser soll 900 Meter nach Süden auf Otterfinger Gemeindegebiet verlegt werden, vorgesehen sind 103 Lkw- und keine Pkw-Plätze, dafür aber Toiletten und Duschen. Eine detaillierte Planung gibt es noch nicht, erklärt Rehm. „Die entsteht erst im Laufe des Jahres.“ Ende 2012 will die Autobahndirektion das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern beantragen. Die Autobahndirektion hofft auf einen Baubeginn 2014.

An der Tank- und Rastanlage Holzkirchen-Süd sehen die aktuellen Ausbau-Pläne insgesamt 61 Lkw- und acht Busparkplätze (derzeit zusammen 38) sowie 74 Pkw- (bisher 72), vier Kurzzeitparker- und sieben Anhänger-Plätze vor. In einer ersten Planung waren einmal 181 Lkw-Plätze, später - vor gut einem Jahr - immernoch 116 als Ausbauziel geplant. Doch die Gemeinde stemmte sich gegen diese Pläne so nah am Dorf, forderte die Prüfung von Alternativen.

Dass jetzt, nach dieser Prüfung, die Pläne für Föching reduziert wurden, freut Höß. Vor allem, weil es den Bedarf des Bundes an Privatgrund senkt. „Nach der alten Planung hätte einer der betroffenen Landwirte fünf Hektar abgeben müssen“, berichtet Höß, „das hat seine Existenz bedroht.“ Dass allerdings ein Parkplatz in Otterfing geplant wird, hat auch Höß überrascht.

Der Grunderwerb in Föching dürfte den Beginn der Arbeiten im Vergleich zu Otterfing verzögern, glaubt Rehm. Und auch der Ausbau selbst dürfte komplizierter werden, weil der Betrieb der Tank- und Rastanlage weiterlaufen muss. Für das Gesamtpaket Ausbau Holzkirchen-Süd und Neubau Otterfing rechnet er mit etwa acht Millionen Euro Kosten.

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