Strahlenbelastung: Paradiesische Verhältnisse

Valley - Das Ergebnis ist eindeutig: In Sachen Mobilfunkbelastung und Radarstrahlung herrschen in der Gemeinde „paradiesische Verhältnisse", wie es Professor Günter Käs formuliert, der im Auftrag der Gemeinde die Funkbelastung gemessen hat.

Sein Gutachten soll eine Grundlage bieten für den Kampf gegen den digitalen Behördenfunk in Tetra-Technik - wenn der die Gesundheit der Bürger beeinträchtigen könnte (wir berichteten). Bekanntlich ist der Fentberg als potenzieller Standort für einen Tetrafunkmast im Gespräch. Ein Bauantrag dafür liege aber nicht vor, erklärte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) jetzt im Gemeinderat.

Welche Auswirkungen der Tetra-Funk für Polizei, Rettungsdienste und andere „Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ haben wird, ist für den Valleyer Gemeinderat nicht absehbar. Deswegen ist man selbst aktiv geworden. Statt sich abspeisen zu lassen mit der Aussage, die Schädlichkeit von elektromagnetischer Strahlung sei bislang wissenschaftlich nicht belegt, fordert das Rathaus vom Freistaat, erst einmal die Unbedenklichkeit nachzuweisen.

Für den Fall, dass sich der Tetrafunk dennoch nicht verhindern lässt, braucht der Gemeinderat eine belastbare Vergleichsgrundlage zum Nachweis, wie sich die Belastung durch Elektrosmog verändert hat. Und diese Grundlage soll Professor Käs liefern.

Hallmannsecker findet die Ergebnisse fürs erste beruhigend. „Wir sind nicht so stark belastet und können trotzdem gut mit dem Handy telefonieren.“ Denn für sein Fazit, Valley sei bislang kaum belastet, orientierte sich Professor Käs nicht an den gesetzlichen Höchstwerten, sondern an den viel strengeren „Salzburger Werten“. Die Belastung in Valley unterschreite auch diese Werte noch deutlich - maximal sogar weniger als zwei Hundertstel des Vorsorgewerts. Das kann laut Käs am dichten Baumbestand im Gemeindegebiet liegen.

Jürgen Schlichting und Lorenz Hilgenrainer (beide Valleyer Liste) empörte das Fazit des Fachmanns. „Rausgeschmissenes Geld“, polterte Hilgenrainer. Schlichting bezweifelte, ob aus den Messungen das ablesbar sei, was der Professor daraus schließt: „Er setzt bestimmte Sachen pauschal hinzu, die bezweifelt werden.“ Günther Schuler (SPD) platzte der Kragen: „Wenn Professor Käs bisher eine ,Kapazität‘ war und jetzt ein Depp sein soll“, das könne er nicht nachvollziehen. (ag)

Auch interessant

Kommentare