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Tetrafunk wandert zum Nachbarn

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Sendegebiet: An der Holzkirchner Rastanlage Nord ist ein Gittermast geplant, der neben Mobilfunk auch einen Tetrafunk-Sender aufnehmen soll. Foto: TP
Sendegebiet: An der Holzkirchner Rastanlage Nord ist ein Gittermast geplant, der neben Mobilfunk auch einen Tetrafunk-Sender aufnehmen soll. Foto: TP

Holzkirchen - Holzkirchen ist den Tetrafunk los, dafür könnte die Gemeinde Valley sogar zwei Sender bekommen: Bei der Standortsuche für die Behördenfunk-Masten überschlagen sich die Ereignisse. Ein Sender an der Autobahnraststätte, bereits auf Valleyer Flur, soll nach den neuen Plänen Holzkirchen abdecken.

Die überraschende Nachricht verkündete Holzkirchens Bürgermeister Josef Höß am Donnerstag im Verkehrsausschuss. Die Firma Diginet, zuständig für den Aufbau des Tetrafunknetzes, habe ihm mitgeteilt, dass man einen neuen Standort für den „Holzkirchner Sender“ gefunden habe: Unweit der Tank- und Rastanlage Nord an der Autobahn, vor einem Waldstück. Das Grundstück gehört dem Bund und liegt auf Valleyer Flur. Dort plant die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) den Bau eines 45 Meter hohen Gittermastens für einen UMTS-Mobilfunksender. „Der Gemeinderat hat das schon vor eineinhalb Jahren akzeptiert“, sagt Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Ausdrücklich beziehe sich dieses Einverständnis aber auf Mobilfunk. „Von Tetrafunk war nicht die Rede.“

Genau das aber plant Diginet. Der Standort sei „taktisch und funktechnisch geeignet“, heißt es in dem Schreiben an die Marktgemeinde Holzkirchen. „Um eine Verspargelung der Landschaft zu vermeiden“ (Diginet), soll der Tetrafunk mit auf den Mobilfunkmast.

Gegen diese Technik, die der Polizei und den Rettungsdiensten digitalen Funkverkehr ermöglichen soll, hegt der Gemeinderat allerdings Vorbehalte. Vor einer Entscheidung will das Gremium drei Fragen beantwortet haben, sagt Hallmannsecker. So sollen Studien abgewartet werden, die Rückschlüsse zulassen auf die gesundheitlichen Gefahren der Technik. Zweitens dürfe keine veraltetete Technik zum Einsatz kommen und drittens müsse die Finanzierung gesichert sein. „Wir brauchen uns jetzt nicht die Köpfe heiß reden“, sagt Hallmannsecker, „noch liegt kein Bauantrag vor.“

Unklar ist, ob der Tetrafunk-Standort am Fentberg noch oder wieder aktuell ist. „Das geht hin und her“, sagt Hallmannsecker, „dieses Vorgehen ist schon sehr verwunderlich.“ Im Dezember habe es so ausgesehen, als würde Valley keinen Sender bekommen. „Und jetzt sind es plötzlich zwei.“

Der Holzkirchner Gemeinderat ist das Thema indes bis auf weiteres los. „Für uns ist die Luft raus“, sagte Höß. Vor dem Standort an der Rastanlage habe Diginet einen Standort unweit der Autobahnpolizei im Auge gehabt - obwohl auch der bereits außerhalb des ursprünglich vorgegebenen Suchkreises lag. Überraschend wäre ein Tetrafunk-Sender technisch auch dort möglich.

Zu Beginn der Tetrafunk-Diskussion in Holzkirchen war es um Standorte im Bereich Baumgarten und an der Dietramszeller Straße gegangen (wir berichteten). Dagegen hatte es massive Proteste gegeben, es bildete sich eine Bürgerinitiative (BI) „Tetrafunkfreies Holzkirchen“. Auch deren Vertreter überraschte die Entwicklung. „Wir betrachten das als Erfolg der BI“, sagt Klaus Müller, „es ändert aber nichts an unseren grundsätzlichen Tetrafunk-Bedenken.“ (avh)

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