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Verschollen am kalten Taubenberg

Warngau - Beim Spazierengehen mit seinem Hund verirrte sich ein 51-jähriger Holzkirchner am Taubenberg. Ein Großaufgebot an Rettern durchkämmte das Gebiet - und wurde erst in den frühen Morgenstunden fündig.

Wie jeden Tag machte sich der 51-Jährige auch am Dienstag gegen Mittag auf, um mit dem Hund zu spazieren. Da er Rucksack und „Leckerlis“ für den Vierbeiner mitnahm, war seiner Frau klar, dass die beiden eine Wanderung auf den Taubenberg unternehmen. Dort kamen Herrchen und Hund vom Weg ab. „Der Hund ist wohl in den Wald abgehauen und der Mann ist ihm nach“, vermutet Alfred Woehl, Kommandant der Warngauer Feuerwehr. „Der Taubenberg ist dicht bewaldet, ein unübersichtliches Gebiet mit vielen Schluchten“, sagt Alfred Woehl, „und wenn es dann noch dunkel wird, fällt die Orientierung schwer.“

Gegen 17 Uhr rechnete die Frau des 51-Jährigen mit dessen Rückkehr. Als ihr Mann um 21.30 Uhr immer noch nicht zuhause war und auch nichts ans Handy ging, meldete sie ihn als vermisst. Dass der Holzkirchner auf Medikamente angewiesen war, verschärfte die Notfallsituation, wie die Polizei mitteilte.

Um 22.45 Uhr wurde die Feuerwehr in Marsch gesetzt. Etwa 60 Aktive der Wehren aus Warngau, Holzkirchen, Gotzing, Weyarn und Parsberg rückten aus; Kreisbrandinspektor Toni Riblinger richtete im Warngauer Feuerwehrhaus die Leitstelle ein. Die Trupps machten sich mit zehn Wärmebildkameras auf in die Dunkelheit. „Auf 40 Meter erkennen die Kameras Wärme, wenn kein Hindernis im Weg ist“, sagt Woehl. Zusätzlich schwärmten 80 Helfer der Bergwacht, der Malteser und des BRK aus. Auch die BRK-Rettungshundestaffel nahm Witterung auf, insgesamt 28 Suchhunde schnüffelten sich durchs Gebiet. „Das Problem war die Kälte“, sagt BRK-Sprecher Martin Hauder. Bei minus fünf Grad wurde es für den Verirrten immer ungemütlicher. Ein Hubschrauber konnte wegen Nebels nicht aufsteigen.

Dann ein Lebenszeichen: Gegen 0.30 Uhr meldete sich der Vermisste per Handy. „Ich hatte dann etwa eine Stunde Kontakt zu ihm“, sagt Woehl. Überall ließen die Suchtrupps Lichter leuchten, doch der Vermisste bemerkte nichts. Schließlich war der Akku leer und die Verbindung brach ab.

Systematisch arbeiteten sich die Trupps über den Taubenberg. Erst im letzten Abschnitt bemerkte eine Feuerwehr-Streife den Entkräfteten unweit der Wasserreserve. Es war bereits 3.45 Uhr. „Der Mann war unterkühlt, konnte aber noch stehen“, sagt Woehl. Ein Notarzt untersuchte ihn, zur Behandlung wurde er ins Krankenhaus Agatharied gefahren. Der Hund kam direkt heim zu Frauchen. (avh)

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